Redaktioneller

Newsfeed

Wir haben für Sie eine Vorauswahl an redaktionellen Inhalten zusammengestellt, die von Mediengesellschaften, Verlagen, Börsendiensten und Finanzblogs bereit gestellt werden. Hier können Sie sich einen schnellen Überblick über die Themen verschaffen, die im Augenblick von öffentlichen Interesse sind.
360o
Diese Seite teilen
Nachrichten aus Wirtschaft, Politik und den Finanzmärkten
In diesem Bereich unserer Nachrichtensektion stellen wir Ihnen redaktionelle Inhalte führender Verlage zur Verfügung.

Aktuelle Nachrichten

Nach Fußball-WM: US-Abgeordneter befragt FIFA-Chef zu Kontakten mit Trump

Gianni Infantino pflegt ein gutes Verhältnis zum US-Präsidenten - und steht auch deshalb in der Kritik. Jetzt stellt ein Abgeordneter Nachforschungen dazu an. Und das könnte erst der Anfang sein.Das offenkundig enge Verhältnis von FIFA-Präsident Gianni Infantino zu Präsident Donald Trump stößt auch im US-Kongress auf Argwohn. Der einflussreiche demokratische Abgeordnete Jamie Raskin forderte den Fußball-Weltverband und Infantino auf, bis zum 9. August Informationen über Kontakte zur US-Regierung vorzulegen. Zudem verlangte er von Infantino, für eine Befragung im Justizausschuss des Repräsentantenhauses zu erscheinen, wenn er in den USA sei.Raskin ist der ranghöchste Demokrat im Justizausschuss. Wenn die Demokraten Trumps Republikanern bei den Parlamentswahlen im November die Mehrheit abnehmen sollten, hat er gute Aussichten, den Vorsitz zu übernehmen. Dann könnten seine Nachforschungen zu Kontakten zwischen Infantino und Trump mehr Gewicht bekommen. Aus dem Lager der Demokraten gab es über eine anonyme Quelle in der „New York Times“ die Warnung, aus heutigen Fragen könnte später förmliche Untersuchungen werden.Infantino wird vorgeworfen, mit fragwürdigen Gefälligkeiten das Wohlwollen des US-Präsidenten erworben zu haben. Unter der Ägide des Schweizers hatte der Weltverband einen neu eingeführten Friedenspreis an den Republikaner verliehen, nachdem dieser keinen Friedensnobelpreis bekommen hatte. Während der Weltmeisterschaft gab es Kritik daran, dass die Rotsperre des US-Stürmers Folarin Balogun nach einem Anruf Trumps bei Infantino aufgehoben und damit ein Einsatz des Spielers im Achtelfinale ermöglicht wurde - ein äußerst ungewöhnliches Vorgehen. Nach Darstellung der FIFA wurde die umstrittene Entscheidung von der formal unabhängigen Disziplinarkommission getroffen.FIFA zahlt Miete im Trump TowerRaskin verwies in seinem Brief auch darauf, dass die FIFA eine Bürofläche im New Yorker Trump Tower angemietet hatte, die zu Marktpreisen um die 600.000 Dollar pro Jahr kosten könne. Zusammen mit dem „urkomisch unechten“ Friedenspreis erwecke dies den Eindruck, dass die FIFA sich dadurch von Trump und dessen Regierung Entscheidungen zugunsten des Weltverbandes erhoffe, schrieb der Kongressabgeordnete.Raskin forderte eine Liste an, der alle Geldtransfers und Geschenke an Trump, dessen Regierung sowie Familienmitglieder zu entnehmen sind. Zudem solle die FIFA jegliche Kommunikation mit der US-Regierung rund um Ticketpreise bei der diesjährigen WM offenlegen, die vielfach als völlig überzogen kritisiert wurden. Auch will er Besucherlisten aus den FIFA-Büros in Miami und New York einsehen.

Zeige mehr

Wechsel zu Real Madrid?: Diomande und der skurrile Zoff zwischen Fabrizio Romano und Florian Plettenberg

Laut Experte Fabrizio Romano wechselt Yan Diomande zu Real Madrid. Florian Plettenberg dementiert – und auf einmal entbrennt ein Streit über ganz andere Themen.Dieser Artikel erschien zuerst bei ntv.de.Shootingstar Yan Diomande ist wie von RB Leipzig erwartet mit den anderen WM-Spielern am Montagmorgen in der Trainingsakademie erschienen. Der 19 Jahre alte Ivorer absolvierte mit den WM-Rückkehrern wie David Raum die obligatorischen Leistungstests beim Fußball-Bundesligisten, auch wenn für den Ivorer und seine Berater der Wechsel zu Real Madrid perfekt sein soll. Das berichtet auch Transfer-Experte Fabrizio Romano. Nach dpa-Informationen ist bei RB Leipzig allerdings noch nichts geklärt, viele Details sollen noch offen sein.Diomande soll für mehr als 100 Millionen Euro zum spanischen Traditionsklub Real Madrid wechseln und dort einen langfristigen Vertrag bis Sommer 2031 unterschreiben. Eine Bestätigung der beiden Klubs gibt es nicht. Leipzig wollte den Flügelflitzer mindestens noch eine weitere Saison halten. Schon während der WM hatte der Klub ein Angebot vom FC Liverpool in Höhe von 100 Millionen Euro Ablöse abgelehnt. Auch die erste Real-Offerte in dieser Höhe wurde abgewiesen.PSG wütet zu Yan Diomande: „Völlig unverhältnismäßig“Die Berater von Diomande, Roc Nation Sports, ließen nicht locker. Sie streben eine schnelle Einigung an, nachdem sie den Spieler auch bei Paris Saint-Germain angeboten hatten. Berichten zufolge einigte man sich auf die Konditionen eines Vertrags bis 2031. Sonntagabend stieg PSG dann verärgert aus dem Poker aus. „Die geforderte Ablösesumme und die Gehaltsforderungen waren völlig unverhältnismäßig“, hieß es in einer Stellungnahme. Nun ist Real das (einzige) Ziel.Zuletzt zeichnete sich ab, dass der zweimalige DFB-Pokalsieger bei einem Angebot von mindestens 120 Millionen Euro Ablöse von seiner Linie abweichen und Diomande ziehen lassen werde. Zu verlockend ist die Gewinnmarge für einen Teenager, der vor einem Jahr für 20 Millionen Euro vom spanischen Erstliga-Absteiger CD Leganés nach Leipzig gekommen war. Diomande würde damit zum Rekordtransfer der Sachsen werden. Bislang galt Josko Gvardiol mit seinem Wechsel 2023 zu Manchester City (90 Millionen Ablöse) als teuerster Abgang der Klub-Geschichte. Im Vorjahr war Benjamin Sesko für rund 76 Millionen Euro zu Manchester United gewechselt.Es knallt zwischen den Transfer-ExpertenDer mögliche Wechsel schlägt noch an anderer Stelle hohe Wellen: Die Transferexperten Fabrizio Romano und Florian Plettenberg haben sich wegen Diomande auf X ein öffentliches Wortgefecht geliefert und so unfreiwillig ein Millionenpublikum unterhalten. Man werde nicht über „eine Pseudo-Einigung“ berichten, schrieb Sky-Reporter Plettenberg. Er zweifelte Romanos Meldung auch deshalb an, weil dieser die Ablösesumme auf „über 100 Millionen Euro“ und nicht auf eine exakte Summe beziffert hatte.Daraufhin meldete sich Romano, ehe es zum direkten Wortgefecht kam. „Vielleicht sollte ich mal Nachrichten von vor ein paar Jahren teilen, in denen du mich gefragt hast: ‚Wie kann ich meine Followerzahl steigern?‘ oder ‚Deine Arbeit ist meine Motivation‘“, schrieb Romano, der bei X 28,4 Millionen Follower hat. Plettenberg, der als Deutschlands bestinformierter Transferjournalist gilt, steht bei etwas mehr als 700.000 Followern.Plettenberg zeigte sich empört, dass Romano öffentlich Privatnachrichten zitierte. „Eine traurige Entwicklung. Im Gegensatz zu dir werde ich unsere Gespräche vertraulich behandeln“, schrieb er. Und fügte an: „Früher warst du für viele ein Vorbild. Auch für mich. Für mich bist du das leider nicht mehr. Ich bin einfach dankbar dafür, dass ich selbst ein Vorbild für andere sein kann.“ Romano hielt fest, dass Plettenberg mit dem „Zirkus“ angefangen habe.Transparenzhinweis: Der stern ist wie ntv Teil von RTL Deutschland.

Zeige mehr

Neue Doku: Dahlmeier wurde vor tödlichem Unfall offenbar von anderer Bergsteigerin gewarnt

Ein Jahr nach dem tragischen Tod von Laura Dahlmeier rekonstruiert eine Doku die Umstände ihres Unfalls. Machte sich die Bergsteigerin leichtsinnig auf den Weg zum Laila Peak?Ein Jahr ist der Tod von Laura Dahlmeier nun her. Die Biathlon-Olympiasiegerin und Bergsteigerin starb am 28. Juli vergangenen Jahres am knapp 6100 Meter hohen Laila Peak im pakistanischen Karakorum-Gebirge. Offenbar wurde sie noch kurz vor ihrem Aufstieg gewarnt.So erzählt es eine andere Bergsteigerin in einer neuen Dokumentation „Laura Dahlmeier ... ein Schritt zu weit“ des österreichischen Fernsehsenders Servus TV. Die spanische Alpinistin Maria Martin traf Dahlmeier und ihre Seilpartnerin Marina Krauss demnach im Basislager des Laila Peak. Damals habe sie selbst schon zwei Wochen lang auf geeignete Bedingungen gewartet, um den Berg zu besteigen, erzählt Martin. Regen, Lawinen und Schmelzwasser hinderten sie daran.„In gebrochenem Englisch versuchte ich zu erklären: gefährlich, unmöglich. Ich habe ihnen Fotos von den Lawinen gezeigt“, schildert die Spanierin ihre Begegnung mit Laura Dahlmeier und ihrer Seilpartnerin. „Ich dachte nur, dass ihnen der Berg gefällt und sie vielleicht nächstes Jahr wiederkommen wollen.“Laura Dahlmeier starb durch Steinschlag am Laila PeakDoch Dahlmeier und Krauss wagten trotz der widrigen Bedingungen den Aufstieg. Nachdem sie das Basislager verlassen hatten, habe es noch einmal schlimmere Lawinen gegeben, sagt Martin in der Dokumentation, die die Umstände von Dahlmeiers tödlichem Unglück rekonstruiert.Am 27. Juli schickte Dahlmeier demnach eine letzte Nachricht über ihr Satellitentelefon: Der Schnee sei gut, sie wollten in der Nacht, wenn alles noch gefroren ist, in Richtung Hochlager (über 5000 Meter Höhe) aufbrechen. Es sollte ihr letztes Lebenszeichen sein. Am Morgen danach begann das Duo seine Tour, musste jedoch im Laufe des Tages wegen zu hoher Temperaturen abbrechen. Beim Versuch, sich abzuseilen, wurde Dahlmeier auf einer Höhe von 5.700 Metern von Steinschlag getroffen. Sie war sofort tot. Ihre Seilpartnerin konnte sich in Sicherheit bringen. Leiche konnte nicht geborgen werdenEin an der Rettungsmission beteiligter Bergsteiger berichtet in der Dokumentation von Servus TV: „Zuerst sahen wir nur das Zelt, dann sahen wir Lauras leblosen Körper. Sie hing im Seil, und um sie herum war der Schnee schwarz von all dem Schlamm, Fels und Dreck, der die Wand herunterkam.“ Alle Möglichkeiten, den Leichnam zu bergen, hätten zu viel Zeit gekostet. „Uns allen war klar: Wer da reingeht, setzt sein eigenes Leben aufs Spiel.“Dahlmeier hatte selbst zu Lebzeiten den Wunsch geäußert, bei einem tödlichen Unfall nicht geborgen zu werden, um andere Bergsteiger nicht zu gefährden. Bis heute ist dies nicht passiert.Quelle: „Laura Dahlmeier ... ein Schritt zu weit“ auf Servus TV

Zeige mehr

Erster Todestag: Das Leben von Laura Dahlmeier in Bildern

Im Biathlon gewann Laura Dahlmeier alles. Doch sie wollte kein Star sein, stieg aus und widmete sich dem Bergsteigen. Dabei verunglückte sie tödlich. Bilder zum ersten Todestag.Am 28. Juli 2025 war die siebenmalige Weltmeisterin Laura Dahlmeier, 31, am Laila Peak in Pakistan abgestürzt und tödlich verunglückt. Die ausgebildete Bergführerin hatte bei schwierigen Wetterbedingungen mit ihrer Seilpartnerin den Gipfelsturm abgebrochen. Aber beim Abstieg wurde die Doppel-Olympiasiegerin auf 5.700 Metern Höhe von einem Steinschlag am Kopf getroffen. Sie war mutmaßlich sofort tot. Ihre Kletterpartnerin überlebte. Dahlmeier verblieb am Berg, fand dort ihre letzte Ruhestätte.Tagelang konnten keine Rettungskräfte zur Bergsportlerin vordringen, weil die große Steinschlaggefahr in dem Gebiet anhielt. Einzig ein Hubschrauber habe nach Angaben des Managements die schwer zugängliche Unglücksstelle überflogen – dabei seien bei der einst besten Biathletin der Welt keine Lebenszeichen zu erkennen gewesen. Schließlich brach ein Bodentrupp auf, um die verunglückte Sportlerin zu bergen.Sportsfreunde trauern immer noch um Laura DahlmeierEin Jahr nach dem Unfalltod von Laura Dahlmeier ist die Trauer immer noch groß. „Laura fehlt uns einfach. Jeden Tag. Sie fehlt uns als herausragende Sportlerin, vor allem aber als Mensch“, sagte Vorstandsmitglied im Deutschen Skiverband, Stefan Schwarzbach, der Deutschen Presse-Agentur. Mit „ihrer Art, ihrer Bescheidenheit und ihren Werten“ habe die zweimalige Biathlon-Siegerin „viele Menschen berührt und den Deutschen Skiverband nachhaltig geprägt. Daran hat sich auch ein Jahr nach ihrem Tod nichts geändert“.Auch Maren Hammerschmidt, Dahlmeiers engste Biathlon-Freundin, sagt, die Trauer komme nach wie vor in Wellen, auch wenn es langsam besser werde. Vor etwas mehr als einem Jahr hatten die beiden Freundinnen am Telefon über ihre gemeinsame Tour gesprochen. Die beiden wollten im September die Zuspitze besteigen. „Es wäre richtig schön gewesen, es mit ihr zusammen zu machen. Sie hätte mir in ihrer Heimat jedes Fleckchen zeigen können“, so Hammerschmidt.Es war das letzte Gespräch der beiden.Dahlmeier hatte als Extremsportlerin alles für den Fall der Fälle vorbereitet, ihr Testament gemacht, die Beerdigung geplant. Über einen möglichen Tod auf den teils hochgefährlichen Bergtouren sprachen die Freundinnen dennoch nie. „Auch wenn es bei dem, was sie tat, eigentlich naheliegend gewesen wäre“, sagt Hammerschmidt.Zum ersten Todestag der Biathletin zeigt der stern eine aktualisierte Version der Fotostrecke mit Stationen aus dem Leben der Biathletin.

Zeige mehr

Merz besetzt Posten neu: Nachfolge noch unklar: Sport-Staatsministerin muss gehen

Olympia-Bewerbung, Spitzensport-Reform, offene Nachfolge: Wer übernimmt das Sport-Staatsministerium in einer entscheidenden Phase?Inmitten einer großen Spitzensport-Reform und dem deutschen Anlauf auf Olympia besetzt Bundeskanzler Friedrich Merz den Posten der Sport-Staatsministerin neu. Christiane Schenderlein (CDU) muss nach nur 14 Monaten in dem neu geschaffenen Amt gehen und wechselt als parlamentarische Staatssekretärin ins Gesundheitsministerium. „Ich respektiere diesen Wunsch und freue mich gleichzeitig auf die neue Aufgabe“, sagte Schenderlein laut einer Mitteilung zu ihrer Ablösung, die zu massivem Unmut in den ostdeutschen CDU-Landesverbänden geführt hatte.Die Nachfolge ließ Merz zunächst offen, erst zu einem späteren Zeitpunkt werde er seine Personallösung präsentieren, sagte er. Es entstehe aber kein Vakuum im Sport-Staatsministerium, versicherte der CDU-Chef.Für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) komme Schenderleins Abberufung zu diesem Zeitpunkt unerwartet, ließ Vorstandschef Otto Fricke wissen. „Angesichts weiterer richtungsweisender Entscheidungen für den Sport, insbesondere bei der Olympiabewerbung, muss so schnell wie möglich die Neubesetzung dieser für den Sport zentralen Position in der Bundesregierung erfolgen“, mahnte Fricke.Als Kandidatin für den Posten wurde zuletzt die frühere Fußball-Nationalspielerin Nadine Keßler gehandelt. Die 38-Jährige ist Direktorin Frauenfußball bei der Europäischen Fußball-Union UEFA. Eine Bestätigung dieser Personalpläne gab es bislang nicht. Die UEFA wollte Medienberichte über einen Wechsel von Keßler ins Kanzleramt nicht kommentieren.Heikle Phase für deutschen SportFür den deutschen Sport kommt der Wechsel an der Spitze des Sport-Staatsministeriums in einer heiklen Phase. Erst kurz vor der Sommerpause hatte der Bundestag nach langen Diskussionen dem neuen Sportfördergesetz zugestimmt. Kern der Reform ist die Gründung einer Spitzensportagentur, die künftig die Sportfördermillionen des Bundes verteilen soll. Umstritten war bis zuletzt, wie viel Mitsprache der Sport selbst dabei haben soll. Hier dürfte auch Schenderleins Nachfolgerin weitere Kämpfe ausfechten müssen.Zudem läuft gerade die finale Phase der Auswahl des deutschen Olympia-Bewerbers. In Baden-Baden soll am 26. September bei einer DOSB-Mitgliederversammlung verkündet werden, ob Berlin, München oder die Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum ins internationale Rennen um Sommerspiele einsteigen. Die Bundesregierung hatte sich zuletzt klar hinter eine deutsche Kandidatur gestellt und mehrere Millionen Euro für den Bewerbungsprozess zugesichert.Schenderlein stolz auf ihre BilanzDas Amt einer Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt wurde mit dem Antritt der Bundesregierung im vergangenen Jahr neu geschaffen. Der Sport hatte lange für einen solchen Ansprechpartner geworben. Die Berufung von Schenderlein kam damals aber überraschend, weil die Sächsin im Sport davor eher unbekannt war. „Ich blicke mit Stolz und Freude auf das Erreichte zurück“, sagte Schenderlein nun. Sie habe in ihrer kurzen Amtszeit „die zentralen Vorhaben des Koalitionsvertrages“ umgesetzt, erklärte sie.Der DOSB-Vorstandsvorsitzende Fricke dankte Schenderlein „für die gute und angenehme Zusammenarbeit trotz teils unterschiedlicher Interessen“. Mit Hilfe der 44-Jährigen seien „wichtige Meilensteine für den Sport“ erreicht worden.

Zeige mehr

DFB: Nach Rücktrittsgedanken: Völler freut sich auf Klopp-Ära

Rudi Völler stand nach der enttäuschenden WM dicht vor der Fußball-Rente. Dass der 66-Jährige als DFB-Sportdirektor doch weitermacht, liegt auch am neuen Bundestrainer.Erst räumte Rudi Völler ernste Rücktrittsgedanken nach dem enttäuschenden WM-Auftritt der deutschen Nationalmannschaft ein, dann blickte der DFB-Sportdirektor voller Tatendrang auf die kommende Ära unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp voraus. „Ich habe überlegt, ob es nach dieser WM noch Sinn macht, weiterzumachen und habe gewackelt. Ich war nah dran“, berichtete der 66-Jährige bei seinem einstündigen Gastauftritt beim Internationalen Trainerkongress in Mainz. Dass Völler nach der erneuten WM-Blamage nicht hinwarf, lag auch an Klopp, der am vergangenen Freitag offiziell vorgestellt wurde und nach seinem Urlaub am 15. August loslegt. „Jürgen hat eine enorme Vita. Wenn er sagt, du musst dabeibleiben, freut mich das natürlich. Ich werde ihn auf meine Art unterstützen“, sagte Völler. Nach der EM 2028 - bis dahin gilt sein Vertrag - sei für ihn dann aber definitiv Schluss.In der verbleibenden Zeit wolle er alles dafür tun, dass es mit dem deutschen Fußball bergauf gehe. „Wir müssen die Massen wieder begeistern und es bei der nächsten EM besser machen“, forderte Völler. Es gehe vor allem um mehr Widerstandsfähigkeit und darum, besser zu verteidigen: „Das hat uns zuletzt gefehlt.“Sportdirektor glaubt an Aufschwung Für den vom Deutschen Fußball-Bund propagierten Aufbruch sei Klopp der richtige Mann. „Wir müssen den Menschen in Deutschland in den nächsten zwei Jahren eine gewisse Zuversicht geben. Das kann er mit seiner Art. Er hat das Land ja schon angezündet“, sagte Völler.Der ehemalige Teamchef, der mit der DFB-Auswahl 2002 Vize-Weltmeister geworden war, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Klopp. „Es ist super, dass er es geworden ist“, sagte Völler und lobte: „Es ist seine ganz große Stärke, neben seinem Fußball-Sachverstand, Menschen mitreißen zu können.“Diese Fähigkeit habe Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann zuletzt gefehlt. „Er hatte keine Lobby mehr. Jede seiner Entscheidungen wurde ihm negativ ausgelegt“, sagte Völler. Der DFB hatte sich nach dem frühzeitigen WM-Aus im Sechzehntelfinale von Nagelsmann getrennt.Klopp als HoffnungsträgerBei Klopp werde dies anders sein, prophezeite Völler: „Er hat die Qualität, die Wucht und die Macht, auch mal Dinge auszuprobieren. Und bei ihm wird man auch mal ein Auge zudrücken, wenn etwas nicht so funktioniert. Diese Position hat er sich in seinem Trainerleben erarbeitet.“ Er selbst werde sich mit fachlichen Ratschlägen zurückhalten. „Die braucht Jürgen nicht“, so Völler. Er könne aber durchaus Tipps bei der Bewältigung administrativer Aufgaben geben: „Bundestrainer zu sein ist noch einmal etwas ganz anderes als Coach eines großen Vereins. Jürgen hat schon gemerkt, welche Wucht dieses Amt hat.“Auch deshalb hatte Klopp seinen geplanten Auftritt als Eröffnungsredner beim dreitägigen Trainerkongress kurzfristig abgesagt. „Ich möchte nicht gleich zu Beginn nochmal Schlagzeilen liefern, ohne jemals mit der Mannschaft gespielt zu haben. Deshalb dachte ich, es macht Sinn, dass ich nicht darüber spreche, worüber ich sprechen wollte“, entschuldigte sich Klopp in einer Videobotschaft und ergänzte: „Das Thema wäre gewesen: Trainer werden ist nicht schwer, Trainer sein umso mehr.“Völler: Kimmich wird weiter tragende Rolle spielen Der 59-Jährige will sich zunächst ganz auf seine neue Aufgabe konzentrieren. Die beginnt im Herbst mit einem Länderspiel-Viererpack. Völler erwartet dabei zwar kein Personalbeben in der DFB-Auswahl, einige Veränderungen aber schon. Klopp werde die Spieler auswählen, die seine Spielphilosophie am besten umsetzen können. „Er hat schon Ideen, über die wir gesprochen haben. Es wird spannend“, sagte der Sportdirektor.Sicher ist sich Völler, dass Kapitän Joshua Kimmich weiter eine tragende Rolle im DFB-Team spielen wird. „Davon gehe ich aus. Er hat in vielen Länderspielen bewiesen, dass er ein Fahnenträger und toller Kapitän ist. Ich will dem Bundestrainer nicht vorgreifen, aber ich erwarte da keine großen Veränderungen“, sagte er. Wie Völler rechnet auch Stürmer Nick Woltemade nicht damit, dass Klopp den Kader komplett verändert. „Ich glaube, viele Spieler werden schon die gleichen sein“, prognostizierte der 24 Jahre alte Angreifer in einem von Google verbreiteten Videocall mit Thomas Müller.Klopp-Debüt in der Nations LeagueDeutschland spielt Ende September und Anfang Oktober in der Nations League gegen die Niederlande, Serbien und zweimal gegen Griechenland. Schon da erhofft sich Völler attraktivere Auftritte. „Wir haben jetzt zum dritten Mal nacheinander keine gute WM gespielt. Aber so schlecht sind wir nicht. Wir sind immer noch eine Nation, die an guten Tagen alle schlagen kann“, bekräftigte Völler.

Zeige mehr

Antonelli & Co. atmen durch: Das läuft in der Formel-1-Sommerpause

Jahr eins der Regelrevolution hat in Kimi Antonelli einen Teenager an die Spitze der Formel 1 gebracht. Nach den Ferien nimmt die Jagd auf den Italiener erst so richtig Fahrt auf.Das letzte Rennen vor der Formel-1-Sommerpause in Ungarn hat Lust auf die zweite Saisonhälfte gemacht. Auf den verbleibenden zwölf Etappen wird der Druck auf WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli weiter steigen. Erst mal ist aber Ausspannen angesagt.Sommer, Sonne, StrandWeltmeister Lando Norris freut sich auf Entspannung. Der Ungarn-Sieger will in den Formel-1-Ferien durchschnaufen, Golf spielen sowie Zeit mit Freunden und der Familie verbringen. Das geht der Konkurrenz und vor allem den Angestellten der anderen Rennställe genauso. Für zwei Wochen steht die Formel 1 still, die Fabriken sind dicht. Es gibt keine Windkanaltests, keine Besprechungen, keine nächtlichen Anrufe wegen irgendwelcher Verbesserungen am Auto. Der sogenannte „Summer Shutdown“ soll dafür sorgen, dass sich in der hektischen und atemlosen Formel 1 all die Mechaniker, Ingenieure und das sonstige Personal mal eine echte Auszeit gönnen dürfen. Mit dem Grand Prix der Niederlande in Zandvoort am 23. August geht es dann wieder richtig los.Herz eines WeltmeistersKimi Antonelli ackerte sich förmlich durch das letzte Rennen vor der Sommerpause. Gehandicapt von einer Strafversetzung um drei Plätze rettete sich der Teenager auf Rang drei und baute seine WM-Führung auf Lewis Hamilton sogar auf 50 Punkte aus. Und das auf einer Strecke, die Mercedes nicht besonders liegt. So sieht erfolgreiche Schadensbegrenzung aus. „Das ist der beste Weg, um in die Sommerpause zu gehen“, meinte der 19-jährige Italiener, der längst mit einem weltmeisterlichen Herz fährt. „Wir müssen aber weiter Druck machen, denn die zweite Saisonhälfte wird hart werden.“ Mercedes wiederum muss sicherstellen, dass die Defektserie bei Antonellis Teamkollege George Russell ein Ende findet. Denn im sich zuspitzenden WM-Kampf wird der Führende der Fahrerwertung Unterstützung brauchen.Hamiltons SündenkarteiLewis Hamilton hat in dieser Saison seinen ersten Grand Prix für Ferrari gewonnen. In Budapest verpasste er seine erste Pole-Position für die Scuderia nur hauchdünn. Und in der Fahrerwertung ist er erster Verfolger von Antonelli. Das kann sich sehen lassen, oder? Zweifellos. Allerdings steht sich Ferrari noch zu oft selbst im Weg, wenn wie in Ungarn die Boxenstrategie Hamilton wohl ein Podest kostet. Außerdem muss der Rekordweltmeister sein Strafenregister in den Griff bekommen. In den drei Rennen vor der Sommerpause kassierte er jeweils eine Fünf-Sekunden-Strafe. In Budapest war er in der Boxengasse 0,1 km/h zu schnell. Pech. „Ich bin dem Team super dankbar. Sie haben in der ersten Saisonhälfte toll gearbeitet“, lobte Hamilton und betonte: „Ich muss aber hart daran arbeiten, dass ich keine Strafen mehr einfahre.“Hülkenberg kann es doch nochDer einzige deutsche Fahrer im Feld musste lange auf diesen Moment warten. Im elften Saisonrennen holte Nico Hülkenberg schließlich als Neunter seine ersten Punkte für das Werksteam Audi - auch wenn es zuvor schon einige Gelegenheiten gegeben hatte. Es sei endlich „wirklich rundgelaufen“, sagte der 38-Jährige. Vor den Augen von Vorstandschef Gernot Döllner stellte er das dritte Audi-Rennen mit Punkten nacheinander sicher. Das nennt man Timing. „Wir sind noch immer in der Anfangsphase, in der Bauphase“, sagte Hülkenberg. „Aber wir wachsen, wir verbessern uns stetig, arbeiten an allen Fronten und Prozessen.“KalenderplanungenMit der Rückkehr von Malaysia als Ausrichter für den Grand Prix von Bahrain am 4. Oktober haben sich die Bosse in der Formel 1 und im Motorsport-Weltverband Fia Luft verschafft. Denn wegen des Iran-Kriegs bleibt es mehr als fraglich, ob die letzten beiden Rennen des Jahres am 29. November in Katar und am 6. Dezember in Abu Dhabi tatsächlich stattfinden können. „Wir wollen die Entscheidung so lange wie möglich hinauszögern. Aber vor Ende September müssen wir eine Entscheidung treffen“, meinte Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali. Bleibt es bei den aktuellen Planungen, dann hat es die zweite Saisonhälfte für die Teams mit drei Triple-Headern, also drei Rennen an aufeinanderfolgenden Wochenenden, in sich.

Zeige mehr

Fifa-Präsident: Infantino wehrt sich gegen Kritiker – und verteidigt zurückgezogene Sperre

In einem ausführlichen Instagram-Post feiert Fifa-Präsident Gianni Infantino die gelungene Weltmeisterschaft. Für seine zahlreichen Kritiker findet er scharfe Worte.Gianni Infantino war für Fußballfans das Feindbild der WM in den USA, Kanada und Mexiko. In den Stadien wurde der Fifa-Präsident ausgepfiffen, und spätestens mit dem Einknicken vor US-Präsident Donald Trump nach der Roten Karte für den US-Spieler Folarin Balogun hatte er sämtliche Glaubwürdigkeit verspielt.Nach all der Kritik geht der Präsident des Fußballweltverbandes zum Gegenangriff über. Auf Instagram veröffentlichte er nun ein ausführliches Statement, 15 Seiten lang. Darin schießt er scharf gegen seine Kritiker. Sie seien „von Hass zerfressen“ und hätten dadurch die „Freude und Gemeinschaft“ verpasst, die das Turnier mit sich gebracht hätte.Gianni Infantino kritisiert Presse: „Während ihr spaltet, vereinen wir“Besonders hart geht er die Presse an. „An diejenigen, die hinter ihren Stiften und Blättern, hinter ihren Bildschirmen sitzen und Hass und falsche Gerüchte verbreiten, möchte ich sagen: Während ihr euch im Hintergrund versteckt, stehen wir bei der Fifa an vorderster Front, organisieren, arbeiten hart und sorgen dafür, dass die beste Show der Welt stattfindet“, rechtfertigt sich Infantino. Die Fifa spreche mit Fans, sei auf die Menschen in Kanada, den USA und Mexiko zugegangen, behauptet der 56-Jährige, und wirft seinen Gegnern vor, sich zu „verstecken“. „Während ihr spaltet, vereinen wir“, schreibt Infantino auf Instagram. Für ihn sei die Weltmeisterschaft ein voller Erfolg gewese: Er verweist auf ein friedliches, sicheres Turnier ohne Zwischenfälle, das von Milliarden Menschen auf der ganzen Welt verfolgt wurde.Fifa-Chef verteidigt zurückgezogene Sperre für US-SpielerDoch spätestens mit der Behauptung, der Iran sei „ohne Störung oder Konflikt in die Vereinigten Staaten eingereist“, dehnt der Fifa-Chef die Wirklichkeit. Den Nationalspielern des Iran wurde das Visum für die USA verweigert, sie mussten kurzfristig ihr Quartier in Mexiko aufschlagen und zu den Gruppenspielen in die Vereinigten Staaten reisen. Vertreter des iranischen Teams berichteten auch von Schikanen im Umfeld der Spiele.Schon vor der WM hatte sich Infantino angreifbar gemacht, unter anderem mit einem Friedenspreis für Trump und der Einführung von Trinkpausen, die vor allem der Maximierung von Werbeeinnahmen dienten. Die zurückgenommene Sperre für US-Stürmer Balogun – nach einem Anruf von Trump bei Infantino – rief dann sogar Kritik aus der Uefa hervor. Auch in dieser Angelegenheit verteidigt sich Infantino: „Tatsächlich sind ,umstrittene‘ Schiedsrichterentscheidungen oder ,seltsame‘ Disziplinarmaßnahmen – wie beispielsweise möglicherweise irrtümlich vergebene Rote oder Gelbe Karten oder anschließende Entscheidungen, Spieler in bestimmten Situationen nicht zu sperren – in einigen der größten Ligen weltweit an der Tagesordnung und werden allgemein akzeptiert.“Im März stellt sich der Fifa-Präsident zur Wiederwahl. Sorgen muss er sich wohl nicht machen, mehr als 200 Verbände haben bereits ihre Unterstützung bekundet. Der DFB gehört nicht dazu.

Zeige mehr

Tour de France: Legende Pogacar braucht neue Ziele: Lob aus der dunklen Zeit

Tadej Pogacar hat mit seinem fünften Tour-Sieg Radsport-Geschichte geschrieben. Was kommt nun? Die Vuelta? Begleitet werden die phänomenalen Leistungen auch von Zweifeln.Als die Tour de France mit einem atemberaubenden Schlussakt und dem historischen fünften Triumph von Tadej Pogacar zu Ende ging, konnte die Party unweit der Champs-Élysées beginnen. Der schwerreiche Hauptsponsor aus den Emiraten hatte zu einem Dinner in der Glitzerstadt Paris geladen, die zuletzt arg angeschlagenen Teamkollegen um Nils Politt waren wieder bei Kräften und auch die von einem schweren Sturz genesene Pogacar-Freundin Urska Zigart war gekommen.Schon am Montag bei seiner Rückkehr in die Wahlheimat Monaco warteten dann wieder belanglose Verpflichtungen auf die „Legende“, wie das französische Sportblatt „L'Équipe“ über den Tour-Dominator titelte. „Ich habe ein wenig Hausarbeit zu erledigen“, verriet Pogacar. An kleinen Dingen wolle er sich erfreuen. Die großen hat er ja fast schon alle abgearbeitet.Im Alter von erst 27 Jahren ist er dem exquisiten Kreis der Fünffach-Sieger mit der belgischen Ikone Eddy Merckx, den beiden Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault sowie dem Spanier Miguel Indurain beigetreten. Aber das interessiert den Ausnahmekönner gar nicht so sehr. „Ob es die fünfte oder die erste Tour ist. Ich möchte den Moment genießen, ich denke nicht an die Historie, an Clubbing oder so“, meinte Pogacar.Start bei der Vuelta?Er brauche jetzt ein neues Ziel. Womöglich die Spanien-Rundfahrt, die er noch nie gewonnen hat? „Wenn die Vuelta morgen startet, würde ich wohl Nein sagen. Aber in zwei Wochen kann ich ja noch entscheiden“, sagte der Weltmeister. Dass die dritte dreiwöchige Rundfahrt direkt vor seiner Haustür im Fürstentum beginnt, macht es wohl noch umso reizvoller.Pogacar will nach und nach die wenigen Lücken in seiner Erfolgsbilanz schließen. „Paris-Roubaix steht auf meinem Wunschzettel“, betonte er. In den vergangenen beiden Jahren machten ihm die Klassiker-Spezialisten Mathieu van der Poel und Wout van Aert auf dem harten Kopfsteinpflaster einen Strich durch die Rechnung. Jene Rivalen, die ihm nun auch im vergangenen Jahr (van Aert) und an diesem Sonntag (van der Poel) den Prestigesieg auf der Schlussetappe der Tour wegschnappten. Allenfalls ein Schönheitsfehler in Pogacars Bilanz. Auch Olympia 2028 in Los Angeles ist ein Ziel.Armstrong adelt PogacarUnd da gibt es noch den gelöschten Rekord von Lance Armstrong. Die sieben Toursiege des lebenslang gesperrten Dopingsünders sind zwar in den Geschichtsbüchern gestrichen, bei den Radsport-Fans aber keineswegs vergessen. Für Armstrong ist aber längst klar: „Dieser Junge ist der Größte aller Zeiten. (...) Leute wollen oft mit mir über meine Karriere und die Geschichte der Tour sprechen, wo ich da stehe. Dieser Kerl würde den Boden wischen mit Lance Armstrong. Er ist der Beste aller Zeiten. Ich würde sogar sagen, dass er der dominanteste Athlet der ganzen Welt ist“, lobte der Texaner in seinem Podcast „The Move“.Ein Kompliment, das Pogacar womöglich gar nicht hören will. Kommt es doch von einer fragwürdigen Persönlichkeit, die für das dunkelste Kapitel im Radsport steht und bei der Tour längst Hausverbot hat.Mit Verdächtigungen und Zweifel muss aber auch Pogacar leben. Zu dominant, zu außergewöhnlich sind seine Leistungen. Bei dieser Tour hat der Slowene Rekorde pulverisiert. Ins Radsport-Mekka Alpe d'Huez ist er mehr als eine Minute schneller hochgeflogen als Marco Pantani vor 31 Jahren, der bekanntlich mit Epo und anderen Dopingmitteln nachgeholfen hat.Dopingkontrolle wie Einkaufen im Supermarkt„Es wäre naiv, einen fünffachen Tour-Sieger zu feiern, ohne den Kontext zu verstehen. Zweifellos ist Pogacar ein Phänomen, doch sein Umfeld ist mit Altlasten aus weniger erfreulichen Zeiten belastet“, schrieb der „Guardian“ und verwies auf Pogacars vorbelasteten Teamchef Mauro Gianetti.Der fünfmalige Tour-Sieger kann nur auf die unzähligen Dopingkontrollen verweisen, der er sich unterziehen muss, auch um 5.00 Uhr morgens. „Seit ich bei der Tour dabei bin, gab es immer wieder verrückte Kontrollen. Es gehört mittlerweile einfach zu meinem Leben dazu. Wenn es an der Tür klopft, ist mein erster Gedanke sofort: „Hier findet gerade eine Kontrolle statt.“ Für mich ist das inzwischen so alltäglich wie ein Gang in den Supermarkt.“

Zeige mehr

Fußball: Infantino weist WM-Kritik zurück: „Welt braucht Liebe“

Mehr als sieben Millionen Fans aus über 200 Ländern besuchten die WM. Infantino hebt die friedliche Atmosphäre hervor und weist Kritik an der FIFA zurück.FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Kritik an der Fußball-Weltmeisterschaft zurückgewiesen und Gegnern des Turniers vorgeworfen, Hass und Spaltung zu verbreiten. Via Instagram sprach der Schweizer von der „herausragendsten FIFA-Weltmeisterschaft“ und warb für den Fußball als Symbol für Einheit und Zusammenhalt.„Unsere Welt braucht Liebe, keinen Hass. Toleranz, keine Spaltung“, schrieb Infantino. Während Kritiker „Hass und falsche Gerüchte“ verbreiteten, habe die FIFA gemeinsam mit den Gastgebern Kanada, Mexiko und den USA das „größte Ereignis der Welt“ organisiert.„Keine Feindseligkeiten, keine Gewalt“Der 56-Jährige hob die aus seiner Sicht friedliche Atmosphäre während des Turniers hervor. Nach Angaben des Weltverbandes besuchten rund sieben Millionen Menschen aus mehr als 200 Ländern die Spiele in 16 Städten. Es habe „keine Zwischenfälle, keine Feindseligkeiten, keine Gewalt“ gegeben, erklärte der Verbandschef. Milliarden Menschen hätten die WM zudem weltweit verfolgt.Zugleich warf Infantino den Kritikern vor, die positiven Seiten des Turniers bewusst auszublenden. Als Beispiel nannte er die problemlose Einreise der iranischen Nationalmannschaft in die USA trotz der politischen Spannungen zwischen beiden Ländern sowie die Erteilung von Visa an Millionen Fans. Fußball verbinde Menschen und sei „größer als Hass und Diskriminierung“.Unerwähnt ließ Infantino dagegen die Kritik am Einreiseverbot für Schiedsrichter Omar Artan sowie die Vorwürfe iranischer Spieler, in den USA ungerecht behandelt worden zu sein.„Merkwürdige“ Kritik an FIFA-EntscheidungenAuch auf Kritik an umstrittenen Schiedsrichter- und Disziplinarentscheidungen ging Infantino ein. Fehler bei Gelben und Roten Karten oder spätere Korrekturen von Sperren gebe es auch in den größten Fußball-Ligen der Welt und würden dort akzeptiert. Es sei daher „merkwürdig“, wenn gerade Vertreter solcher Länder die FIFA kritisierten. Hintergrund ist unter anderem die aufgehobene Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun, die auf einen Anruf von US-Präsident Donald Trump bei Infantino erfolgte. Das hatte für Empörung in der Fußballwelt gesorgt. Zum Abschluss zeigte sich Infantino „unglaublich stolz“ auf die Weltmeisterschaft. Sie habe das „Beste der Menschheit“ gezeigt und Hoffnung sowie Zusammenhalt vermittelt.

Zeige mehr

Neuer DFB-Coach: Kein Auftritt beim Trainerkongress: Klopp entschuldigt sich

Eigentlich sollte Jürgen Klopp den Eröffnungsvortrag beim Internationalen Trainerkongress halten. Warum der Bundestrainer seinen Auftritt abgesagt hat, begründet er in einer Videobotschaft.Jürgen Klopp hat sich für die Absage seines ersten öffentlichen Auftritts nach seiner Verpflichtung als neuer Bundestrainer beim Internationalen Trainerkongress in Mainz entschuldigt. „Ich möchte nicht gleich zu Beginn nochmal Schlagzeilen liefern, ohne jemals mit der Mannschaft gespielt zu haben. Deshalb dachte ich, es macht Sinn, dass ich nicht darüber spreche, worüber ich sprechen wollte“, sagte Klopp in einer Videobotschaft.Der 59-Jährige sollte bei dem dreitägigen Kongress ursprünglich den Eröffnungsvortrag halten. „Das Thema wäre gewesen: Trainer werden ist nicht schwer, Trainer sein umso mehr“, berichtete Klopp in seinem Video-Statement. „Da hätte ich erzählt aus meiner Karriere, wie ich es geschafft habe - ohne ganz genau zu wissen, wie es funktioniert hat - solange bei den jeweiligen Vereinen gewesen zu sein“, sagte der Bundestrainer und fügte hinzu: „Wenn ich mir vorstelle, ich hätte darüber erzählt, dann könnte mir das durchaus in den nächsten Tagen und Wochen um die Ohren fliegen. Weil, jetzt bin ich Trainer geworden. Das war schon schwer genug. Aber jetzt muss ich auch zeigen, dass ich es auch bleiben kann. Darauf möchte ich mich konzentrieren.“

Zeige mehr

Tour de France: Willkommen im Club – Pogacar zum fünften Mal Tour-Champion

Der slowenische Ausnahmekönner Tadej Pogacar ist im Radsport-Olymp angekommen. Mit fünf Toursiegen steht er auf einer Stufe mit Eddy Merckx und Co. Am Ende dominiert ein anderer.Erst ging Tadej Pogacar Arm in Arm mit den Teamkollegen auf seine Tour d'Honneur und winkte stolz ins Publikum, dann schaltete der Radstar wieder in den Angriffsmodus. Der Prestigesieg auf den Champs-Élysées in Paris blieb dem Weltmeister aber verwehrt, den holte sich Klassiker-Rivale Mathieu van der Poel nach einem atemberaubenden Kletter-Spektakel in Monmartre. Für Pogacar allenfalls ein kleiner Schönheitsfehler vor seiner großen Krönung im Schatten des Arc de Triomphe.Mit dem fünften Gesamtsieg bei der Frankreich-Rundfahrt hat Pogacar Radsport-Geschichte geschrieben. Fortan gehört er dem exquisiten Kreis der Fünffach-Sieger mit der belgischen Ikone Eddy Merckx, den beiden Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault sowie dem Spanier Miguel Indurain an. Dem Amerikaner Lance Armstrong wurden alle sieben Triumphe im Nachhinein wegen Dopings aberkannt.Der „Menschenfresser“, wie das renommierte Tour-Organ „L'Équipe“ Pogacar bewundernd beschrieb, hat die Tour auf den 3245 Kilometern von Barcelona nach Paris wieder einmal beherrscht. Fünf Etappensiege, über sechs Minuten Vorsprung im Gesamtklassement auf den zweitplatzierten Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel und famose Kletterrekorde in den Alpen und Pyrenäen. Pogacar fuhr wieder einmal in einer eigenen Liga. Ihm zu folgen sei eine „Mission impossible“ gewesen, gestand Evenepoel ein.Merckx glaubt an weitere SiegeLaut Merckx ist ein Ende der Regentschaft Pogacars noch lange nicht in Sicht. „Ich glaube nicht, dass er sich damit begnügen wird, mit mir und den anderen Champions gleichzuziehen. Bald wird er unseren Rekord an Tour-Siegen brechen“, sagte der 81 Jahre alte Belgier der „Gazzetta dello Sport“.Erklärungen für seine Dominanz hat Pogacar kaum. „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich seit 2024 wesentlich stärker geworden bin. Aber ich habe mehr Erfahrung; kleine Dinge verbessern sich nach wie vor. Es kommt auf die Details an“, sagte der slowenische Ausnahmekönner.Streckenverkürzung wegen der WaldbrändeSeine Krönungsfahrt am Sonntag musste kurzfristig umgestaltet werden. Wegen der heftigen Waldbrände bei Bordeaux wurde die letzte Etappe verkürzt und komplett in Paris ausgetragen. Das Innenministerium hatte einen Teil der für die letzte Etappe eingeteilten Sicherheitskräfte abgezogen, um die Einsatzkräfte in den betroffenen Gebieten zu verstärken. So wurde der Startort Thoiry gestrichen, stattdessen gab es in Paris 88,7 statt 133 Kilometer.Dazu wurden die Zeiten vor dem Spektakel mit drei Überquerungen des Montmartre-Hügels eingefroren, somit bestand keine Gefahr mehr von Zeitverlusten. Max Kanter sorgte mit dem vierten Platz noch für einen Achtungserfolg. Trotzdem endete wieder eine Tour ohne deutschen Etappensieg. Der letzte Erfolg liegt bereits fünf Jahre zurück, als Pogacar-Helfer Nils Politt in Nimes triumphierte. Lipowitz auf dem Weg der BesserungDazu kam der verhängnisvolle Sturz des Vorjahresdritten Florian Lipowitz, der im Einzelzeitfahren einen Schlüsselbeinbruch erlitt. Der Bergspezialist musste sich das Tour-Finale daheim anschauen. „Mir geht es den Umständen entsprechend ganz gut. Die OP ist gut verlaufen. Ich bin jetzt schon wieder daheim und fokussiere mich auf die Erholung“, sagte Lipowitz, der während der Schlussetappe am Sonntag in der ARD telefonisch zugeschaltet wurde.Zu seinen Comeback-Plänen äußerte sich der 25-Jährige noch vage. „Ich freue mich, wenn ich wieder ganz schmerzfrei bin. Ich habe noch mit den Rippen und dem Atmen zu kämpfen“, sagte Lipowitz. Bundestrainer Jens Zemke hofft, dass der 25-Jährige für die WM wieder bereitsteht. „Ich halte es schon als realistisch an. Ein Schlüsselbeinbruch ist nicht das Ende der Welt“, sagte Zemke der dpa.Vermutlich hätte es für Lipowitz auch ohne Sturz nicht für das Podium gereicht. Sein Teamkollege Evenepoel hinterließ den stärkeren Eindruck. Eine spannende Konstellation, was die Kapitänsrolle zukünftig im Red-Bull-Team betrifft. Auch der drittplatzierte Mexikaner Isaac del Toro war in den Bergen Lipowitz voraus, zumal er mitunter auch Kapitän Pogacar als Edelhelfer an seiner Seite hatte.So ließ Pogacar noch weitere Etappensiege liegen. Bei 26 Tour-Tageserfolgen steht der Slowene inzwischen. Nur noch Ex-Sprintstar Mark Cavendish, Merckx und Hinault stehen vor ihm. Geht der 27-Jährige in dem Tempo weiter zur Sache, könnte der Rekord schon in zwei Jahren fallen.Tadej Pogacar knackt Pantani-RekordSein Meisterstück hatte Pogacar auf den 21 berühmtesten Serpentinen der Welt ins Radsport-Mekka Alpe d'Huez hinauf abgelegt, als er dreieinhalb Minuten auf eine starke Ausreißergruppe aufholte. Damit pulverisierte er auch den 31 Jahre währenden Rekord von Marco Pantani. 35:26 Minuten für den 13,8 Kilometer langen Schlussanstieg, ein Schnitt von mehr als 23 km/h, 1:24 Minuten schneller als 1995 die italienische Legende – für viele Experten eine unmenschliche Leistung.Schon am Col du Tourmalet in den Pyrenäen hatte Pogacar eine neue Bestleistung aufgestellt. „Rekorde interessieren mich nicht, es geht mir um den Sieg“, sagt Pogacar in seiner bescheidenen Art. Teamchef: „Hat Aura wie Federer“Pogacar setzt im Radsport neue Maßstäbe. Er gewinnt Rennen mit langen Solofahrten oder zur Not auch im Sprint. „Pogi ist inzwischen zu einer weltweiten Persönlichkeit geworden“, schwärmte sein Teamchef Mauro Gianetti: „Er hat die Aura, das Charisma, die Anziehungskraft eines Roger Federer. Er ist eine Ikone.“Die Dominanz von Pogacar gefällt jedenfalls nicht jedem. Auch am Straßenrand gab es bisweilen Buhrufe für den Unersättlichen. „Das macht uns nur stärker“, entgegnete Pogacar: „Wenn mich jemand ausbuht, denke ich an Novak Djokovic und lasse mich von ihm inspirieren.“ Auch der serbische Tennisstar hat nicht nur Anhänger. 99 Prozent der Leute seien ihm aber positiv gestimmt, merkte Pogacar an.

Zeige mehr

Tour de France: Willkommen im Club - Pogacar zum fünften Mal Tour-Champion

Der slowenische Ausnahmekönner ist im Radsport-Olymp angekommen. Mit fünf Toursiegen steht er auf einer Stufe mit Eddy Merckx und drei weiteren. Auf der Schlussetappe triumphiert Mathieu van der Poel.Tadej Pogacar reckte auf den Champs Élysées fünf Finger in den wolkenverhangenen Pariser Abendhimmel, dann startete der Radstar Arm in Arm mit seinen Teamkollegen die große Party. Zuvor hatte der Weltmeister beim Finale furioso der Tour de France in Paris noch für ein atemberaubendes Kletter-Spektakel in Montmartre gesorgt, auch wenn ihm der Prestigesieg auf dem Prachtboulevard verwehrt blieb. Den holte sich auf maximal packende Art und Weise Klassiker-Rivale Mathieu van der Poel. Für Pogacar allenfalls ein kleiner Schönheitsfehler vor seiner großen Krönung im Schatten des Arc de Triomphe.Pogacar: So kannst du eigentlich kein Drehbuch schreiben„Es war ein großartiger Tag. Ich bin sprachlos. Ich bin froh, dass es vorbei ist, dass ich zum fünften Mal gewonnen habe“, sagte Pogacar. Mit dem fünften Gesamtsieg bei der Frankreich-Rundfahrt hat Pogacar Radsport-Geschichte geschrieben. Fortan gehört er dem exquisiten Kreis der Fünffach-Sieger mit der belgischen Ikone Eddy Merckx, den beiden Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault sowie dem Spanier Miguel Indurain an. Dem Amerikaner Lance Armstrong wurden alle sieben Triumphe im Nachhinein wegen Dopings aberkannt.„Es ist jeder Sieg besonders. Siebenmal die Tour gefahren, siebenmal Podium. So kannst du eigentlich kein Drehbuch schreiben, es ist unglaublich“, ergänzte Pogacar, für den der Tag gemächlich begonnen hatte. Bei seiner Tour d'Honneur winkte er noch stolz ins Publikum, ehe er wieder in den Angriffsmodus schaltete. Sein deutscher Temkollege Nils Politt kündigte bereits für die Feierlichkeiten an: „Der ein oder andere Korken wird knallen.“Der „Menschenfresser“, wie das renommierte Tour-Organ „L'Équipe“ Pogacar bewundernd beschrieb, hat die Tour auf den 3245 Kilometern von Barcelona nach Paris wieder einmal beherrscht. Fünf Etappensiege, über sechs Minuten Vorsprung im Gesamtklassement auf den zweitplatzierten Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel und famose Kletterrekorde in den Alpen und Pyrenäen. Pogacar fuhr wieder einmal in einer eigenen Liga. Ihm zu folgen sei eine „Mission impossible“ gewesen, gestand Evenepoel ein.Merckx glaubt an weitere SiegeLaut Merckx ist ein Ende der Regentschaft Pogacars noch lange nicht in Sicht. „Ich glaube nicht, dass er sich damit begnügen wird, mit mir und den anderen Champions gleichzuziehen. Bald wird er unseren Rekord an Tour-Siegen brechen“, sagte der 81 Jahre alte Belgier der „Gazzetta dello Sport“.Erklärungen für seine Dominanz hat Pogacar kaum. „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich seit 2024 wesentlich stärker geworden bin. Aber ich habe mehr Erfahrung; kleine Dinge verbessern sich nach wie vor. Es kommt auf die Details an“, sagte der slowenische Ausnahmekönner.Streckenverkürzung wegen der WaldbrändeSeine Krönungsfahrt am Sonntag musste kurzfristig umgestaltet werden. Wegen der heftigen Waldbrände bei Bordeaux wurde die letzte Etappe verkürzt und komplett in Paris ausgetragen. Das Innenministerium hatte einen Teil der für die letzte Etappe eingeteilten Sicherheitskräfte abgezogen, um die Einsatzkräfte in den betroffenen Gebieten zu verstärken. So wurde der Startort Thoiry gestrichen, stattdessen gab es in Paris 88,7 statt 133 Kilometer.Dazu wurden die Zeiten vor dem Spektakel mit drei Überquerungen des Montmartre-Hügels eingefroren, somit bestand keine Gefahr mehr von Zeitverlusten. Max Kanter sorgte mit dem vierten Platz noch für einen Achtungserfolg. Trotzdem endete wieder eine Tour ohne deutschen Etappensieg. Der letzte Erfolg liegt bereits fünf Jahre zurück, als Pogacar-Helfer Nils Politt in Nimes triumphierte. Lipowitz auf dem Weg der BesserungDazu kam der verhängnisvolle Sturz des Vorjahresdritten Florian Lipowitz, der im Einzelzeitfahren einen Schlüsselbeinbruch erlitt. Der Bergspezialist musste sich das Tour-Finale daheim anschauen. „Mir geht es den Umständen entsprechend ganz gut. Die OP ist gut verlaufen. Ich bin jetzt schon wieder daheim und fokussiere mich auf die Erholung“, sagte Lipowitz, der während der Schlussetappe am Sonntag in der ARD telefonisch zugeschaltet wurde.Zu seinen Comeback-Plänen äußerte sich der 25-Jährige noch vage. „Ich freue mich, wenn ich wieder ganz schmerzfrei bin. Ich habe noch mit den Rippen und dem Atmen zu kämpfen“, sagte Lipowitz. Bundestrainer Jens Zemke hofft, dass der 25-Jährige für die WM wieder bereitsteht. „Ich sehe es schon als realistisch an. Ein Schlüsselbeinbruch ist nicht das Ende der Welt“, sagte Zemke der dpa.Vermutlich hätte es für Lipowitz auch ohne Sturz nicht für das Podium gereicht. Sein Teamkollege Evenepoel hinterließ den stärkeren Eindruck. Eine spannende Konstellation, was die Kapitänsrolle zukünftig im Red-Bull-Team betrifft. Auch der drittplatzierte Mexikaner Isaac del Toro war in den Bergen Lipowitz voraus, zumal er mitunter auch Kapitän Pogacar als Edelhelfer an seiner Seite hatte.So ließ Pogacar noch weitere Etappensiege liegen. Bei 26 Tour-Tageserfolgen steht der Slowene inzwischen. Nur noch Ex-Sprintstar Mark Cavendish (35), Merckx (34) und Hinault (28) stehen vor ihm. Geht der 27-Jährige in dem Tempo weiter zur Sache, könnte der Rekord schon in zwei Jahren fallen.Pantani-Rekord geknacktSein Meisterstück hatte Pogacar auf den 21 berühmtesten Serpentinen der Welt ins Radsport-Mekka Alpe d'Huez hinauf abgelegt, als er dreieinhalb Minuten auf eine starke Ausreißergruppe aufholte. Damit pulverisierte er auch den 31 Jahre währenden Rekord von Marco Pantani. 35:26 Minuten für den 13,8 Kilometer langen Schlussanstieg, ein Schnitt von mehr als 23 km/h, 1:24 Minuten schneller als 1995 die italienische Legende - für viele Experten eine unmenschliche Leistung.Schon am Col du Tourmalet in den Pyrenäen hatte Pogacar eine neue Bestleistung aufgestellt. „Rekorde interessieren mich nicht, es geht mir um den Sieg“, sagt Pogacar in seiner bescheidenen Art. Teamchef: „Hat Aura wie Federer“Pogacar setzt im Radsport neue Maßstäbe. Er gewinnt Rennen mit langen Solofahrten oder zur Not auch im Sprint. „Pogi ist inzwischen zu einer weltweiten Persönlichkeit geworden“, schwärmte sein Teamchef Mauro Gianetti: „Er hat die Aura, das Charisma, die Anziehungskraft eines Roger Federer. Er ist eine Ikone.“Die Dominanz von Pogacar gefällt jedenfalls nicht jedem. Auch am Straßenrand gab es bisweilen Buhrufe für den Unersättlichen. „Das macht uns nur stärker“, entgegnete Pogacar: „Wenn mich jemand ausbuht, denke ich an Novak Djokovic und lasse mich von ihm inspirieren.“ Auch der serbische Tennisstar hat nicht nur Anhänger. 99 Prozent der Leute seien ihm aber positiv gestimmt, merkte Pogacar an.

Zeige mehr

Formel 1 in Budapest: „Fighter“ Antonelli: Norris siegt vor Sommerpause

Vor 40 Jahren feiert die Formel 1 im damaligen Ostblock Premiere. Im letzten Grand Prix vor der Sommerpause beeindruckt Lando Norris. Kimi Antonelli rast noch auf das Podest. Nico Hülkenberg strahlt.Weltmeister Lando Norris zeigte nach seinem ersten Saisonerfolg in der Formel 1 die Siegerfaust und widmete seinem McLaren-Team eine Liebeserklärung. Nach seiner erfolgreichen Schadensbegrenzung bis auf das Podium musste sich der abgekämpfte WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli erstmal setzen und einen großen Schluck aus seiner Wasserflasche nehmen.„Woooo! Wunderschön! Das Auto war unglaublich“, jubelte Norris nach seinem Coup vor der Sommerpause und sagte in Richtung Team: „Herzlichen Glückwunsch, das habt ihr euch redlich verdient. Harte Arbeit zahlt sich aus. Macht einfach weiter so. Vielen Dank. Ich liebe euch alle.“Antonelli zeigt seinen ganzen WillenGehandicapt von einer Strafversetzung um drei Plätze rettete sich Mercedes-Teenager Antonelli im heißen Reifen-Poker von Ungarn als Dritter noch auf das Podest. „Es war ein hartes Rennen“, räumte der 19 Jahre alte WM-Führende ein. „Ich hätte mir nie vorstellen können, in dieser Situation zu sein. Ich bin sehr glücklich, das ist die beste Art, in die Sommerpause zu gehen. Wir müssen aber weiter Druck machen, denn die zweite Saisonhälfte wird hart.“ Antonelli lieferte sich in den letzten Runden einen packenden Zweikampf mit Ferrari-Star Lewis Hamilton, der spät eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse kassierte. Der Italiener profitierte auch von einem späten Aus von Norris' Stallrivalen Oscar Piastri, der auf Podestkurs seinen McLaren wegen eines Getriebeschadens abstellen musste.Hülkenberg jubelt erstmals für AudiZweiter hinter Norris wurde mit seinem besten Saisonergebnis - zusammen mit dem Großen Preis von Österreich - Max Verstappen im Red Bull. „Es ist unglaublich, wie zum Teufel wir den zweiten Platz geschafft haben“, sagte der Niederländer verblüfft. „Ein tolles Ergebnis.“Antonelli baute seine WM-Führung mit riesigem Kämpferherz nach dem Grand Prix in Budapest, der Mercedes ohnehin nicht besonders liegt, sogar auf 50 Zähler aus. „Das einzig Positive an diesem Wochenende ist, wie Kimi gefightet hat“, befand Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Zweiter in der Fahrerwertung bleibt Hamilton, der sich mit Rang fünf begnügen musste.Nico Hülkenberg raste von Startplatz zehn aus als Neunter sogar in die Punkte - es waren seine ersten Zähler für Audi. „Es war bisher ein bisschen mühsam. Es war immer irgendwas im Weg. Es war jetzt das erste Mal, das es gelaufen ist“, sagte Hülkenberg dem TV-Sender Sky und freute sich seine „Belohnung“.Erstmals kein Mercedes auf PoleNach einer vierwöchigen Sommerpause setzt die Formel 1 ihre Saison am 23. August fort mit dem Grand Prix der Niederlande in Zandvoort. Mit der kurzfristigen Ergänzung von Malaysia als Ausrichter für den Grand Prix von Bahrain am 4. Oktober stehen noch zwölf Etappen auf dem Programm.In einem packenden Finish hatte sich Norris seine erste Pole Position als Weltmeister gesichert. Erstmals stand in dieser Saison kein Mercedes-Fahrer ganz vorn. Norris schnappte Rekordchampion Hamilton dessen fast schon sichere 105. Karriere-Pole mit der Winzigkeit von 0,012 Sekunden weg.Anschließend wurde es chaotisch. Sowohl Hamilton wegen Behinderung von Norris-Stallrivale Piastri als auch Antonelli wegen zu schnellen Fahrens während einer Gelb-Phase wurden strafversetzt. Hamilton fiel von Position zwei auf fünf zurück, Antonelli von vier auf sieben.Piastri düpiert Norris„Natürlich ist es schade, dass wir diese drei Plätze bekommen haben, aber es ist nun mal so“, meinte Antonelli vor dem Start. „Wichtig ist, das Rennen optimal zu nutzen. Das Tempo ist gut, es ist böiger und etwas wärmer.“40 Jahre nach der Formel-1-Premiere im damaligen Ostblock führte Norris das Feld in Ungarn in die erste Kurve. Doch vor allem Charles Leclerc im zweiten Ferrari, der wie auch Hamilton im Gegensatz zur Konkurrenz mit Softs gestartet war, fiel zurück. Antonellis Teamkollege George Russell kam so gut wie gar nicht vom Fleck und rutschte ans Ende des Feldes. Nach wenigen Hundert Metern verlor Norris seine Führung an Piastri, Verstappen im Red Bull nahm die Verfolgung des McLaren-Duos auf.Der viermalige Weltmeister, der sich erneut über die Leistungsfähigkeit seines Wagens heftig ausließ, hatte wiederum Hamilton im Rückspiegel. Der Engländer kam nicht am Niederländer vorbei und zog deshalb seinen Boxenstopp in der 14. Runde vor. Verstappen reagierte einen Umlauf später, doch kam erst hinter Hamilton wieder auf den Asphalt zurück.„Aus dem Weg, du Idiot!“Unter dem laustarken Jubel der Fans konterte der Red-Bull-Star aber und schob sich am Rekordweltmeister vorbei. „Das war ziemlich besonders“, zollte die Box Verstappen für das fantastische Überholmanöver in Kurve eins Respekt. Piastri und Norris zogen nun mit frischen harten Reifen nach. Antonelli übernahm vorübergehend die Führung, gab sie nach seinem Stopp in der 23. Runde aber schnell wieder ab.Ganz vorn gaben Norris und Piastri wieder das Tempo vor. Der Australier hatte nach seinem zweiten Stopp aber riesiges Pech, als ihn Williams-Mann Carlos Sainz aufhielt. „Aus dem Weg, du Idiot!“, schimpfte Piastri über den Spanier. Das war Glück für Norris, der diesen kleinen Puffer nutzen konnte, um nach seinem zweiten Reifenwechsel in der 39. Runde vor seinem Teamkollegen auf den Kurs zurückzukehren.Antonelli wäre gerne mit nur einer Garageneinfahrt ausgekommen. „Schaffen wir es bis zum Ende?“, fragte der Teenager aus Bologna in der Schlussphase. Die Mercedes-Strategen holten ihn aber in der 54. Runde noch einmal rein.Zwei Umläufe später war der Grand Prix für Piastri, der auf Podestkurs lag, wegen eines Defekts gelaufen. Während des Virtuellen Safety Cars kamen die Topplatzierten an die Box. Am imposanten Erfolg von Norris, seinem ersten seit Brasilien im vergangenen Jahr, änderte das aber nichts mehr.

Zeige mehr

Erster WM-Titel seit 2014: Säbelfechterin Eifler gewinnt sensationell WM-Gold

Säbelfechterin Larissa Eifler verblüfft die Fecht-Welt. Bei der WM in Hongkong bejubelt sie vollkommen überraschend Gold im Einzel. Für das deutsche Fechten ist es der größte Triumph seit langem.Säbelfechterin Larissa Eifler hat sensationell Gold bei den Weltmeisterschaften in Hongkong gewonnen. Die 27-Jährige bejubelte bei den Titelkämpfen in Asien durch ein 15:10 im Finale gegen die Französin Sara Balzer den größten Erfolg ihrer Karriere und beendete für den Deutschen Fechter-Bund eine lange Durststrecke.„Ich hatte immer das Gefühl, dass ich unterschätzt werde und dass ich irgendwie mein Potenzial so oft nicht abrufen konnte. Jetzt fühlt es sich nach den vielen Jahren harter Arbeit einfach wie eine großartige Belohnung an“, sagte Eifler nach ihrem Coup. „Ich habe versucht, es einfach zu genießen und die ganze Zeit positiv zu bleiben.“Erstes WM-Gold seit 2014Das letzte deutsche WM-Gold gab es 2014 im russischen Kasan für die Säbelmänner im Team, das letzte Einzel-Gold bei einer WM gewann 2010 Florettfechter Peter Joppich. Die letzte Medaille holte 2022 Degenfechterin Alexandra Ndolo, die anschließend für Kenia - das Geburtsland ihres Vaters - startete. Sie bejubelte damals Silber im Einzel.Der WM-Triumph von Eifler, die in der Weltrangliste nicht unter den ersten 30 platziert ist, ist eine riesengroße Überraschung. Auf dem Weg zu ihrem Titelgewinn bezwang sie unter anderem Olympiasiegerin Manon Apithy aus Frankreich im Achtelfinale. Im Gefecht um Gold gegen Apithys Teamkollegin Balzer zeigte Eifler wie im gesamten Turnierverlauf eine starke Leistung und ließ sich auch von einem frühen 1:6-Rückstand nicht beeindrucken.Verband seit Jahren in sportlicher KriseFür das deutsche Fechten ist der Erfolg Eiflers Balsam für die Seele. Bei Olympischen Spielen ging der Verband 2016 in Rio de Janeiro, 2021 in Tokio und auch vor zwei Jahren in Paris leer aus. Bei den Sommerspielen in der französischen Hauptstadt gehörten gerade einmal zwei Sportler zum Aufgebot.„Dass Larissa sehr gut fechten kann, wussten wir schon lange. Heute hat sie das mit einer unfassbar guten mentalen Einstellung kombiniert. Wir sind alle sehr stolz auf sie und ihr Trainerteam“, sagte Tobias Kirch, Sportdirektor beim Deutschen Fechter-Bund. Verbandspräsident Benjamin Denzer sprach von einem „historischen Erfolg“.

Zeige mehr

Fußball-Nationalmannschaft: Klopps meistdiskutierte Personalie: Wer ist Marc Kosicke?

Zum Team Jürgen Klopp gehört auch sein langjähriger Berater Marc Kosicke. Der hat sich nicht nur von Brad Pitt inspirieren lassen, sondern auch das Bayern-Motto „Mia san mia“ ausformuliert.Die Geschichte zwischen Jürgen Klopp und Marc Kosicke beginnt so: 2005 arbeitete Kosicke noch als Marketing-Direktor für den Sportartikelriesen Nike, Klopp war Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FSV Mainz 05. Eines Tages marschierte der Mann, der später Bundestrainer werden sollte, ins Büro des Mannes, der kurz danach sein Berater werden sollte, und wollte für Nike Markenbotschafter werden.Kosicke war von dem Auftritt Klopps, der zusammen mit seinem Anwalt auch gleich fertige Verträge mitgebracht hatte, angetan. Allerdings musste er ihm mitteilen, dass der US-Konzern nur Spieler unter Vertrag nimmt.„Es war nie mein Plan, ihn als Klienten zu gewinnen“Später trafen sich Kosicke, Klopp und der Anwalt in einer Kneipe, tranken ein paar Weißbier zusammen und wurden, so hat es Kosicke immer wieder erzählt, ein Team. „Es war nie mein Plan, ihn als Klienten zu gewinnen“, erinnerte sich der Mann mit der Glatze. Dennoch wurde Klopp sein Klient. Sein allererster.Vor wenigen Tagen saß Klopp auf dem Podium am DFB-Campus in Frankfurt und wurde als neuer Bundestrainer vorgestellt. Kosicke nahm bei der Pressekonferenz im Plenum ganz vorne Platz. „Wir wollen jeden Stein umdrehen“, kündigte Klopp an. „Dafür muss man seine Leute haben, die sich gemeinsam mit mir darum kümmern.“Zum inneren Zirkel gehört Kosicke. Klopp war es selbst, der ihn als seinen „Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation“ vorstellte. In der DFB-Mitteilung zum neuen Bundestrainer tauchte sein Name und dessen Funktion aber gar nicht auf. DFB-Präsident Bernd Neuendorf erklärte, dass Kosicke ein „externer Mitarbeiter“ sein werde. Alle „organisatorische Dinge für das gesamte Trainerteam“ werden künftig bei Kosicke zusammenlaufen.„Angriffsfläche“ durch Kosicke? „Es war ganz klar, dass die beiden so eng miteinander verwoben sind, dass sie nur im Paket zu haben sind“, bekannte Neuendorf. Kosicke werde „eine wichtige Schnittstelle“ sein. Er sei „eng angebunden in den Verband“ und habe Zugang „bis hoch in mein Büro.“Kosicke saß auch mit am Tisch, als Neuendorf und Vize Hans-Joachim Watzke kurz nach dem Aus von Julian Nagelsmann als Bundestrainer mit ihrem „Wunschkandidaten“ Klopp in New York verhandelten. Kosicke wird künftig nicht mehr für andere Trainer tätig sein. An ihm lässt sich der riesige Einfluss Klopps am besten ablesen. Die Personalie Kosicke biete eine „gewisse Angriffsfläche“, meint schon jetzt Sky-Experte Dietmar Hamann.Kosicke kennt den DFB ziemlich gut. Der Vater dreier Söhne hat schließlich früher auch seinen Kumpel Oliver Bierhoff beraten, der von 2004 bis 2022 zuerst als Teammanager und später als Direktor für die Nationalmannschaft arbeitete. Mit dem ehemaligen Nationalstürmer gründete er 2007 auch die Agentur Projekt B, die später zu Project Five wurde.Oktoberfest und Brad PittWie sie auf den Namen kamen? Kosicke und Bierhoff saßen 2006 zusammen, so hat es Kosicke im Podcast „TOMorrow“ einmal erzählt, und blätterten zufällig durch Illustrierte. Da stießen sie auf eine Story über Hollywood-Star Brad Pitt und dessen Produktionsfirma Plan B. Das klang ziemlich cool, fanden sie. Aus Plan B wurde Projekt B und später eben Project Five.Kosicke arbeitete zunächst im Sponsoring und Marketing für Adidas, ehe er zu Nike wechselte. Der gebürtige Bremer, der in Kassel Teile seiner Jugend verbrachte, verhandelte Schuhdeals im deutschsprachigen Raum, Deals etwa mit der späteren Tennis-Legende Roger Federer oder der Basketball-Ikone Dirk Nowitzki.Von Klopp bis KnorrDoch Kosicke, der an der Sporthochschule Köln studiert hatte, wollte sein eigener Herr werden. Gewundert hatte er sich schon lange, dass Athleten Berater hatten, Trainer aber nicht. Dort erkannte er eine Nische. „Die Idee war, sich um Führungspersönlichkeiten im Sport zu kümmern“, erzählte Kosicke. „Ich hatte Glück, dass Jürgen Klopp dachte, das sei eine gute Idee.“Zu den Klienten in Kosickes Agentur zählen auch Sandro Schwarz, David Wagner oder Heiko Vogel, bis 2021 war auch Klopps Bundestrainer-Vorgänger Nagelsmann darunter, außerdem Handballer Juri Knorr, Zehnkämpfer Niklas Kaul oder TV-Moderator Sven Voss.Klopp war beim ersten Treffen mit Kosicke noch nicht der spätere Star-Trainer von Borussia Dortmund oder des FC Liverpool. Er hatte aber schon in Mainz etwas Besonderes. „Er kommt in einen Raum und du wirst selber größer“, beschrieb Kosicke die Ausstrahlung Klopps. „Er schafft es, eine Atmosphäre zu kreieren, die unglaublich leistungsfördernd ist, weil es alle gerne tun.“„Mia san mia“-Claim geht auf Kosicke zurückSo wie Kosicke den DFB schon lange kennt, kennt er auch den FC Bayern. Auf ihn geht ein Stück weit das „Mia san mia“-Motto zurück. 2008 lernte er auf einem Flug Bayern-Patron Uli Hoeneß kennen, der ihm den Auftrag gab, den Wertekanon des deutschen Fußball-Rekordmeisters auszuformulieren. „Sie haben das Selbstverständnis jeden Tag gelebt, aber wussten nicht, wie es heißt“, erzählte Kosicke. „Es war schon da, ich habe es aufgeweckt.“Den Kanon ließ Kosicke für die Präsentation beim Vorstand in Lederhosenleder binden, der Slogan wurde darauf gestanzt. Kosicke hatte den Titel aber falsch geschrieben. „Die Mir ist eine Raumstation“, bemerkte Hoeneß trocken. Der Leitfaden gefiel der Führungsetage dennoch. Nur Lizenzrechte an dem wortmächtigen Claim sicherte sich Kosicke nicht.

Zeige mehr

Tour de France: Siege und Rekorde: „Menschenfresser“ Pogacar dominiert Tour

Tadej Pogacar beherrscht die 113. Frankreich-Rundfahrt nach Belieben und lässt die Rekorde purzeln. Sein Teamchef vergleicht ihn bereits mit Tennis-Legende Roger Federer.Glücklich und erleichtert stieg Tadej Pogacar in den TGV Richtung Paris. Endstation Sehnsucht. Der „Menschenfresser“, wie ihn das renommierte Tour-Organ „L'Équipe“ bewundernd beschrieb, hatte dann doch mal genug. Nach einem dreiwöchigen Frankreich-Abenteuer mit an Dominanz kaum zu überbietenden Solosiegen, beeindruckenden Klettershows in den Bergen, famosen Rekorden, aber auch Dopingkontrollen um 5.00 Uhr morgens und einigen Buhrufen vom Straßenrand.Zum vierten Mal trat Pogacar mit dem Gelben Trikot die Reise nach Paris an. Einmal - bei seinem Sieg im Olympia-Jahr 2024 - endete die Tour bekanntlich in Nizza. Der legendäre Eddy Merckx hatte den Ausnahmekönner im exquisiten Kreis der Fünffach-Sieger mit den beiden Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault sowie dem Spanier Miguel Indurain bereits willkommen geheißen. Das sei aber noch nicht das Ende. „Ich glaube nicht, dass er sich damit begnügen wird, mit mir und den anderen Champions gleichzuziehen. Bald wird er unseren Rekord an Tour-Siegen brechen“, sagte der 81-jährige Belgier der „Gazzetta dello Sport“.Wer soll Pogacar auch schlagen? In den Bergen war es jedenfalls eine „Mission impossible“, wie Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel eingestand. Wenn der Weltmeister antrat, leisteten seine Rivalen nicht mal mehr Gegenwehr. So wie bei seinem Meisterstück auf den 21 berühmtesten Serpentinen der Welt ins Radsport-Mekka Alpe d'Huez hinauf, als Pogacar dreieinhalb Minuten auf eine starke Ausreißergruppe aufholte.Pantani-Rekord übertroffenDamit pulverisierte er auch den 31 Jahre währenden Rekord von Marco Pantani. 35:26 Minuten für den 13,8 Kilometer langen Schlussanstieg, ein Schnitt von mehr als 23 km/h, 1:24 Minuten schneller als 1995 die italienische Legende - für viele Experten eine unmenschliche Leistung.Schon am Col du Tourmalet in den Pyrenäen hatte Pogacar eine neue Bestleistung aufgestellt. „Rekorde interessieren mich nicht, es geht mir um den Sieg“, sagt Pogacar in seiner bescheidenen Art. Ähnlich wollte er auch seine Etappenerfolge in Les Angles, Gavarnoe-Gèdre, Le Lioran und Le Markstein nicht überbewerten.In Alpe d'Huez feierte er bereits seinen 26. Tour-Etappensieg. Hätte er nicht zwischendurch auch seinen drittplatzierten Teamkollegen Isaac del Toro unterstützt, wären es wohl noch mehr. Nur noch Ex-Sprintstar Mark Cavendish (35), Merckx (34) und Hinault (28) stehen vor ihm. Geht der 27-Jährige in dem Tempo weiter zur Sache, könnte der Rekord schon in zwei Jahren fallen.„Ich habe nicht das Gefühl, dass ich seit 2024 wesentlich stärker geworden bin. Aber ich habe mehr Erfahrung; kleine Dinge verbessern sich nach wie vor. Es kommt auf die Details an“, sagt er.Teamchef: „Hat Aura wie Federer“Pogacar setzt im Radsport neue Maßstäbe. Er gewinnt Rennen mit langen Solofahrten oder zur Not auch im Sprint. „Pogi ist inzwischen zu einer weltweiten Persönlichkeit geworden“, schwärmte sein Teamchef Mauro Gianetti: „Er hat die Aura, das Charisma, die Anziehungskraft eines Roger Federer. Er ist eine Ikone.“Und bei der Tour hat er längst auch die Rolle des Patrons eingenommen. Nicht mehr nur der nette Junge aus Komenda wie bei seinem Debüt vor sechs Jahren. Meinungsstark vertritt er die Interessen des Pelotons, wenn es sein muss. Wie nach dem verhängnisvollen Sturz seines Rivalen Jonas Vingegaard, der nach einer nächtlichen Dopingkontrolle auf der 15. Etappe stürzte und einen Schlüsselbeinbruch erlitt. Pogacar mutmaßte, dass darin ein Zusammenhang bestanden haben könnte.Neben Vingegaard wurde auch Pogacar nachts kontrolliert. Ein in Frankreich beispielloser Vorgang, der von einem Pariser Gericht genehmigt wurde. Gibt es womöglich Verdachtsmomente? Oder sind derartige Wunderdinge auf dem Rennrad Grund genug für solch ungewöhnliche Maßnahmen?Vereinzelte BuhrufeDie Dominanz von Pogacar gefällt jedenfalls nicht jedem. Auch am Straßenrand gab es bisweilen Buhrufe für den Unersättlichen. „Das macht uns nur stärker“, entgegnete Pogacar: „Wenn mich jemand ausbuht, denke ich an Novak Djokovic und lasse mich von ihm inspirieren.“ Auch der serbische Tennisstar hat nicht nur Anhänger. 99 Prozent der Leute seien ihm aber positiv gestimmt, merkte Pogacar an.So kann der Radstar, der bis 2030 bei UAE unter Vertrag steht, seine nächsten Ziele in Angriff nehmen. Von der Vuelta ist die Rede, die dreiwöchige Rundfahrt durch Spanien fehlt ihm tatsächlich noch in seiner langen Siegerliste. Auch der Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix blieb ihm bei zwei zweiten Plätzen bislang verwehrt. Und dass Pogacar das Weltmeister-Trikot neben Gelb besonders gut gefällt, ist allseits bekannt.

Zeige mehr

Leichtathletik: Den Tränen nah: Lückenkemper spricht über ihren Zeckenbiss

Fast wären die Tränen gekullert bei Gina Lückenkemper - aber nicht wegen des verpassten Meistertitels über 100 Meter, sondern wegen der Vorgeschichte.Mit belegter Stimme erzählte Gina Lückenkemper in den Katakomben des Wattenscheider Lohrheidestadions, was ihr vor einigen Wochen widerfahren war. Unmittelbar vor dem Diamond-League-Meeting in Paris am 28. Juni wunderte sich die deutsche Sprintkönigin der vergangenen Jahre über etwas Seltsames an ihrem Hinterkopf.Dort hatte sich eine Zecke festgebissen, wie Lückenkemper den Tränen nah erzählte, nachdem sie als deutsche 100-Meter-Meisterin von Jolina Ernst entthront worden war. Nachdem sie schon eine Sommergrippe auskuriert hatte, musste Lückenkemper zwei Wochen lang mit dem Training aussetzen und ein Antibiotikum einnehmen.Von acht Stunden Schlaf nicht erholt„Es war echt hart“, sagte die 29-Jährige, die sogar daran dachte, auf die Meisterschaften in ihrer westfälischen Heimat zu verzichten. „Vom Herz her nein, vom Kopf zwischendurch ja“, sagte die Doppel-Europameisterin von 2022. „Der Körper war viel zu sehr angegriffen. Das Nervensystem hat so einen Treffer davon genommen. Ich habe nachts acht Stunden geschlafen, aber ich war nicht richtig erholt danach.“Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht behinderten sie beim Start, der ohnehin die Schwachstelle von Lückenkemper ist. So war sie letztlich „unfassbar froh, überhaupt drei Runden auf der Bahn zu stehen“ und am Ende im Finale in 11,29 Sekunden noch Dritte geworden zu sein.Trainer von Rebekka Haase halfDas große Ziel ist nun die EM vom 10. bis 16. August in Birmingham. Dort braucht die deutsche Staffel Lückenkemper und auch Rebekka Haase, die zwar nur Vierte im Wattenscheider Lohrheidestadion wurde, aber an deutschen Medaillen bei EM, WM und Olympia in den vergangenen Jahren entscheidend beteiligt war. Ihr Trainer half Lückenkemper zuletzt in schweren Zeiten.Neue Meisterin selbst am meisten überraschtAuf einen Staffel-Einsatz beim Saisonhöhepunkt hofft auch Jolina Ernst, die bei ihrem Sieg zwar in 11,26 Sekunden persönliche Bestzeit lief, aber nicht für die Einzel-Konkurrenz qualifiziert ist. Auch für die 22-jährige Wattenscheider Lokalmatadorin liefen die vergangenen Wochen eigenen Worten zufolge nicht immer nach Wunsch. „Ich selber bin glaube ich am meisten überrascht, weil ich damit nicht gerechnet hätte“, sagte sie daher nach ihrem Titel.

Zeige mehr

Formel 1 in Budapest: Verstappen komplett bedient: „Was für ein Witz“

Der Ärger für Max Verstappen nimmt kein Ende. In Ungarn klagt der viermalige Weltmeister erneut schonungslos über seinen Dienstwagen.Max Verstappen hat in dieser Formel-1-Saison schon eine Menge Tiefpunkte erlebt. Die Qualifikation zum Grand Prix von Ungarn bot aber auch für den viermaligen Weltmeister etwas Neues. „Das Auto ist aerodynamisch einfach komplett kaputt“, meinte der Red-Bull-Star in Budapest. „Es wird einfach immer schlimmer. Was für ein Witz.“Verstappen verpasste einen Spitzenplatz für das letzte Rennen vor der Sommerpause am Sonntag (15.00 Uhr/Sky), nachdem er auf seiner letzten Qualifikationsrunde die Kontrolle über sein Auto verloren und sich gedreht hatte. „Das ganze Wochenende war hart, aber besonders im Qualifying verschlechtert sich der Zustand des Autos einfach“, sagte der Niederländer. „Wir haben keinen Reifenverschleiß, sondern einen Autoverschleiß.“Permanent tauchen neue Hürden vor Verstappen auf. „Wir haben ständig unterschiedliche Probleme. Das ist wahrscheinlich im Moment das größte Problem“, meinte der Niederländer, über dessen Zukunft trotz Vertrags bis 2028 dauerspekuliert wird. „Es taucht immer wieder etwas Neues auf und das ist nicht gut.“ In Budapest startet Verstappen nur von Platz sechs.

Zeige mehr

Leichtathletik: Ansah nach Wirbel Sprint-Meister - Zecke bremst Lückenkemper

Trotz Schlagzeilen abseits der Laufbahn holt sich Sprinter Owen Ansah den deutschen Meistertitel. Gina Lückenkemper muss sich über 100 Meter geschlagen geben - nach einem Zeckenbiss.Der deutsche 100-Meter-Rekordler Owen Ansah hat sich trotz des Wirbels um ein Verfahren der Nationalen Anti Doping Agentur in starker Manier den deutschen Meistertitel gesichert. Bei den Leichtathletik-Titelkämpfen in Bochum siegte der 25-Jährige vom Hamburger SV in 10,00 Sekunden. Seinen nationalen Rekord hatte er zuletzt auf 9,98 Sekunden gesteigert. Zweiter im Wattenscheider Lohrheidestadion wurde Heiko Gussmann in 10,06 Sekunden.„Ich wollte allen zeigen, dass ich der schnellste Deutsche bin. Ich wollte eine Show bieten, das habe ich geschafft“, sagte Ansah im ZDF.Die Nada hat ein Verfahren gegen Ansah eingeleitet und hatte als Hintergrund eine verweigerte Dopingprobe genannt. Allerdings ist der Sprinter weiterhin startberechtigt. Er will sich nach Angaben seines Anwalts bei der Nada ausführlich äußern.In einer Stellungnahme des Deutschen Leichtathletik-Verbandes hatte Ansah angegeben, er habe sich gerade auf den Weg zum Diamond-League-Meeting nach Monaco am 10. Juli machen wollen, als der Kontrolleur außerhalb des von Ansah angegebenen Proben-Zeitfensters geklingelt habe. „Ich war schon sehr spät dran und konnte so kurzfristig die Probe nicht abgeben, zumal ich kurz zuvor die Toilette besucht hatte“, hatte Ansah erklärt.Frauen-Rennen: Lückenkemper entthrontBei den Frauen verpasste die einstige Europameisterin Gina Lückenkemper ihren siebten Titel und wurde in 11,29 Sekunden nur Dritte. Lückenkemper wurde nach eigenen Worten vor einigen Wochen durch einen Zeckenbiss in den Hinterkopf für einige Zeit ausgebremst.„Das hat mich echt zerstört“, sagte die gebürtige Westfälin und war den Tränen nah. Da Lückenkemper auch eine Absage für die Meisterschaften erwogen hatte, war sie letztlich glücklich mit der Bronzemedaille.Den Sieg holte sich Jolina Ernst in 11,26 Sekunden vor Emma Goretzka aus Berlin, die ebenfalls in 11,26 Sekunden gestoppt wurde, aber wenige Tausendstel langsamer war.

Zeige mehr

Showing 141 to 160 of 1701 entries

DDH würdigt das Urheberrecht der Nachrichtenverlage und zeigt mit Respekt für das geistige Eigentum der Redaktionen nur einen kleinen Teil der Nachricht bzw. des veröffentlichten Artikels an. Die Informationen hier dienen dem Zweck, sich schnell und gezielt einen Überblick über aktuelle Trends und Entwicklungen machen zu können. Bei Interesse an Einzelthemen klicken Sie gerne auf ein Nachrichtenelement. Wir leiten Sie dann an das Verlagshaus und zum entsprechenden Artikel weiter.

· Actio recta non erit, nisi recta fuerit voluntas ·