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Wir haben für Sie eine Vorauswahl an redaktionellen Inhalten zusammengestellt, die von Mediengesellschaften, Verlagen, Börsendiensten und Finanzblogs bereit gestellt werden. Hier können Sie sich einen schnellen Überblick über die Themen verschaffen, die im Augenblick von öffentlichen Interesse sind.
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Nachrichten aus Wirtschaft, Politik und den Finanzmärkten
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Aktuelle Nachrichten

Emotionaler Trainer: "Es schmerzt mich": Pep Guardiola menschelt mit Weltschmerzanfall

Überall Krieg, überall Leid: Der große Fußballtrainer Pep Guardiola hat auf einer Pressekonferenz einen Weltschmerzanfall – das ist menschlich, bringt nur leider nichts.Josep "Pep" Guardiola ist charismatisch und erfolgreich. Der Trainer von Manchester City gehört zu den Größten seines Fachs. Wenn so einer auf einer gewöhnlichen Pressekonferenz wie vor dem Liga-Pokal-Halbfinale gegen Newcastle United plötzlich emotional über all das Leid auf der Welt redet, dann wird das gehört. Das ist erst mal nichts Schlechtes. Guardiola gehört zu den Menschen, die gleichermaßen leidenschaftlich über Kriegstote und Abseitsfallen sprechen können.Die Bilder sind für uns alle verfügbar Das Bindeglied waren die Bilder: Jeder sieht, was auf dem Monitor vor sich geht, wenn sich Schiedsrichter Videosequenzen anschaut. Jeder kann sich sein eigenes Urteil bilden. Und plötzlich war Guardiola beim "Genozid in Palästina", dem Krieg in der Ukraine, dem Krieg in Sudan – alles ist sichtbar auf den Bildern und den Clips, die für uns alle verfügbar sind. "Heute können wir es sehen, früher konnten wir es nicht sehen. Es schmerzt mich. Wäre es die andere Seite, würde es mich genauso schmerzen. Der Tod Tausender unschuldiger Menschen schmerzt mich. So einfach ist das." Wenn man über Flüchtlinge spreche, sei es egal, woher oder warum sie flüchten, wenn sie auf dem Meer in Not geraten, müsse man ihnen helfen.Auch auf den Tod von Renée Goods und Alex Pretti bei ICE-Razzien in Minneapolis kam der Trainer zu sprechen: "Sie wurden getötet", sagte Guardiola: "Sag' mir, wie kann man sich dagegen wehren?"Pep Guardiola will eine bessere WeltGuardiola will einfach nur eine bessere Welt. "Im Moment töten wir uns gegenseitig". Es gebe keine perfekte Gesellschaft, überall auf der Welt werden Bilder des Leids produziert. "Es tut mir weh", sagte Guardiola: "Im Moment töten wir uns gegenseitig – und wofür?" Es sei wichtig, darüber zu reden, "ansonsten geht es immer weiter".Doch was bringt es am Ende, alles Leid dieser Welt in einem Anfall von Weltschmerz in einen Topf zu werfen? Nichts außer einem irgendwie gutem Gefühl. Dass die Dinge manchmal komplizierter sind, zeigte die Kritik des jüdischen Repräsentantenrats von Greater Manchester. Die störten sich zurecht an der Wortwahl "Genozid" im Bezug auf den Gazakrieg. Sie mahnten an, auf die "Wortwahl" zu achten angesichts des grassierenden weltweiten Antisemitismus'. Auch das ist richtig.Quellen: Guardiolas Pressekonferenz auf Youtube, DPA.

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Fußball: Frauen-Bundesliga: GmbH mit DFB geplatzt

Der DFB und die 14 Bundesligisten kommen einfach nicht zusammen, wenn es um Zukunft des Frauenfußballs geht. Die Clubs gehen ihren eigenen Weg.Die ursprünglich geplante GmbH zwischen dem neuen Ligaverband Frauen-Bundesliga FBL und dem Deutschen Fußball-Bund ist nach Angaben der Clubs vorerst geplatzt. Dies teilten die 14 Erstligisten nach ihrer ersten Mitgliederversammlung in Frankfurt/Main mit. Die Positionen und Rahmenbedingungen des DFB könnten nicht erfüllt werden, hieß es. Der DFB bedauerte die Entscheidung des Ligaverbandes, es bestehe aber weiterhin die Bereitschaft, über die weitere Professionalisierung der Frauen-Bundesliga zu sprechen. "Wir wollen in der Sache vorankommen und sind weiterhin an guten Lösungen interessiert. Das gebietet allein die fortschreitende internationale Entwicklung des Frauenfußballs", hieß es.DFB steht zu 100-Millionen-InvestitionDer Verband werde die Bundesliga zunächst unter seinem Dach ambitioniert weiterführen: "Der DFB steht darüber hinaus zu seiner Entscheidung, in den kommenden Jahren einhundert Millionen Euro in die Entwicklung des Frauen- und Mädchenfußball zu investieren."Nicht einig wurden sich die Parteien nach dpa-Informationen vor allem in der Frage, wer die Geschäftsführung bestellen darf. Der DFB hatte knapp über 100 Millionen Euro für die kommenden acht Jahre in Aussicht gestellt, dies aber an Mitspracherechte gekoppelt. Zwar sollen sich beide Parteien in vielen Punkten einig geworden sein, nicht aber in den wesentlichen. Zukunft "muss bei den Clubs liegen" "Für uns ist entscheidend: Die Zukunft der Frauen-Bundesliga muss dort gestaltet werden, wo der sportliche und wirtschaftliche Motor liegt – bei den Clubs", sagte Ligaverbandspräsidentin und Eintracht-Direktorin Katharina Kiel. Woher die Clubs die finanziellen Mittel nehmen wollen, die ihnen der DFB garantiert hätte, blieb offen.Das Gemeinschaftsunternehmen wäre schon vom 1. Juli an dafür verantwortlich gewesen, Kernthemen der Liga wie Vermarktung oder Nachwuchsförderung kräftig anzukurbeln."Wir haben – wie angekündigt – alle Wege ergebnisoffen diskutiert und geprüft", sagte Kiel weiter. Sie bedankte sich bei DFB-Präsident Bernd Neuendorf für seine "intensive und lösungsorientierte Verhandlungsführung", der Prozess habe die zentralen Fragen und Antworten klar benannt. Kiel sagte aber auch: "Sie (die Clubs) tragen die größte Investitions- und Umsetzungsverantwortung und brauchen dafür klare Zuständigkeiten, hohe Handlungsfähigkeit und eine Governance, die Wachstum beschleunigt und Wettbewerbsfähigkeit erhöht."Streit schon vor der Gründung des LigaverbandesVor der Gründung des Ligaverbands im Dezember war es zu heftigen Verwerfungen zwischen Clubbossen wie Axel Hellmann (Eintracht Frankfurt) und Jan-Christian Dreesen (FC Bayern München) und dem Verband gekommen, unter dessen Dach die Frauen spielen. So fand die Veranstaltung auch nicht wie geplant auf dem DFB-Campus, sondern in Frankfurts Stadion statt.Einer der Hauptstreitpunkte ist die Stimmenmehrheit. In einer eigenen FBL GmbH müssten die Vereine einen Grundlagenvertrag mit dem DFB schließen, wie er auch bei den Männern für die Deutsche Fußball Liga (DFL) gilt.

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Olympische Winterspiele: Dämpfer zum Start: Eishockey-Frauen verlieren gegen Schweden

Das Olympia-Ziel Halbfinale dürfte unrealistisch bleiben für die Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen. Zum Turnierstart verliert das DEB-Team klar gegen Schweden. Dabei ging es zunächst gut los.Das Olympia-Comeback nach zwölf Jahren Abstinenz ist für die deutschen Eishockey-Frauen daneben gegangen. Am Tag vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele verlor das Team von Bundestrainer Jeff MacLeod das erste Vorrundenspiel in Mailand mit 1:4 (1:1, 0:2, 0:1) gegen Schweden. "Das war das erste Spiel für jeden von uns hier. Es war sehr schnell und sehr körperlich", sagte MacLeod und stichelte gegen die Schiedsrichter: "Wir haben auch gesehen, was eine Strafe ist und was nicht. Das war für jeden eine großartige Lernerfahrung."Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) war zwar durch Katarina Jobst-Smith (9. Minute) von den Vancouver Goldeneyes aus der nordamerikanischen Profiliga PWHL in Führung gegangen, verlor im Mittelabschnitt vor allem in Unterzahlsituationen aber etwas den Faden. Lina Ljungblom (12./28.), Mira Jungaker (40.) und Thea Johansson (52.) drehten für die Schwedinnen die Partie vor offiziell 2455 Zuschauern in der provisorisch errichteten Eishalle auf dem Mailänder Messegelände.Spielerinnen bei Olympia-Debüt wohl zu nervös"Das ist natürlich bitter, drei Tore in Unterzahl zu kassieren", sagte Kapitänin Daria Gleißner vom ECDC Memmingen. "Abhaken. Ich kann den Mädels nichts vorwerfen. Wir haben gekämpft. Es war ein sehr physisches Spiel." MacLeod sagte dazu: "Die Spielerinnen haben zu viel nachgedacht. Normalerweise spielen wir in Unterzahl etwas anders."Die DEB-Frauen sind erstmals seit 2014 wieder bei Olympia dabei. Im Team befinden sich ausschließlich Olympia-Debütantinnen. Auch wenn Bundestrainer MacLeod vor dem Turnier insgeheim auf das Halbfinale geschielt hatte, dürfte höchstens die Viertelfinal-Teilnahme realistisch sein. Mehr dürfte nach der Auftaktniederlage auch kaum mehr möglich sein. Selbst wenn es Deutschland in der Vorrundengruppe B unter die ersten Drei schafft, droht dort nun ein Duell mit den Gold-Favoritinnen aus Kanada oder den USA.Unterzahl und Torabschlüsse müssen besser werdenIn der Vorrunde muss Deutschland noch gegen Japan (Samstag), Frankreich (Montag) und Italien (Dienstag) ran. "Wir stecken den Kopf jetzt nicht in den Sand. Vor allem bei den Torabschlüssen muss jetzt mehr kommen. Jede Einzelne muss da jetzt einfach besser durchkommen", forderte Gleißner. Die Spielerinnen wollen die olympische Bühne vor allem dafür nutzen, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Spiele der heimischen Liga mit nur vier deutschen und einem ungarischen Team finden nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

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Olympia-News: J.D. Vance in Mailand eingetroffen – Vonn sorgt sich um die Heimat

Die Olympischen Winterspiele finden diesmal in Mailand und Cortina statt – mit zahlreichen deutschen Medaillenhoffnungen. Alles Wichtige rund um die Spiele im stern-Newsblog.Historische Premiere: In diesem Jahr finden die Olympischen Winterspiele vom 6. bis 22. Februar zum ersten Mal an zwei Orten statt, nämlich in der norditalienischen Stadt Mailand und im Skiort Cortina, ebenfalls im Norden des Landes. Damit sind es die ersten dezentralen Spiele der Geschichte. Sie erstrecken sich über eine Gesamtfläche von etwa 22.000 Quadratkilometern.Olympia 2026: Fast 3000 Sportlerinnen und Sportler dabeiInsgesamt nehmen rund 2900 Sportlerinnen und Sportler aus 90 Nationen teil. Davon sind 47 Prozent Sportlerinnen, wodurch die Quote aus den letzten Spielen in Peking noch einmal um zwei Prozentpunkte steigt. Mit 116 Entscheidungen gibt es so viele wie noch nie. 50 davon werden reine Frauen-Wettbewerbe sein, was auch ein neuer Höchstwert ist.Alle großen Emotionen, alle wichtigen Entscheidungen, alle deutschen Medaillen – hier im stern-Newsblog:

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Fußball-Nationalmannschaft: Ter Stegen passiert "das Schlimmste": WM-Plan durchkreuzt

Was für ein Tiefschlag für Marc-André ter Stegen. Der Nationaltorwart muss nach seiner Oberschenkel-OP mehrere Monate pausieren. Die erste WM als Nummer 1 entwickelt sich dadurch (wohl) zur Utopie.Marc-André ter Stegen reichte ein Satz mit fünf Wörtern, um sein ganz persönliches Torwart-Drama auszudrücken. "Letztes Wochenende passierte das Schlimmste", schrieb er an seine Fans. Der Fußball-Nationaltorwart ahnt schon vor der am Freitag anstehenden Operation am Oberschenkel, welche weitreichenden Konsequenzen die nächste schwere Verletzung für ihn haben dürfte: Sein Plan, sich beim FC Girona für die WM in Topform zu bringen und dann im Sommer in Amerika endlich sein erstes großes Turnier als Nummer 1 im DFB-Tor zu bestreiten, ist wohl schon vier Monate zuvor durchkreuzt worden. Auch wenn immer noch ein Hoffnungsschimmer besteht, sprechen die Fakten und die Zeit gegen den Mann, der in der DFB-Auswahl über ein Jahrzehnt immer im Schatten von Deutschlands Rekordtorhüter Manuel Neuer stand.Am Donnerstag meldete sich ter Stegen nach der im zweiten Spiel für Girona erlittenen Blessur via Instagram zu Wort. Und was der Nationaltorhüter zu berichten hatte, klang desillusionierend. Er werde "mehrere Monate" ausfallen, schrieb der 33-Jährige. Es ist ein Statement der Niedergeschlagenheit. "Diese Herausforderung ist besonders schwer""Ich bin ein positiver Mensch. Ich hatte schon immer diese Einstellung und habe sie bei jeder Herausforderung, der ich mich stellen musste, beibehalten, aber diese Herausforderung ist besonders schwer für mich", schrieb ter Stegen. Die WM erwähnt er mit keinem Wort. Er beließ es dabei, dass sich seine Rolle beim FC Girona durch die Verletzung "komplett geändert" habe. Dorthin war er gerade erst vom großen FC Barcelona gewechselt, um die von Bundestrainer Julian Nagelsmann für die WM geforderte Spielpraxis zu erlangen. Könnte er auch jetzt noch - falls ein Comeback im April oder Mai gelingt - auf eine ausreichende Anzahl an Spielen kommen, die es Bundestrainer Julian Nagelsmann erlaubt, ihn beim am 11. Juni beginnenden Turnier ins Tor zu stellen? "Er kann einem nur leidtun. Wir alle würden es ihm so gönnen, dass er bei der WM dabei ist", sagte DFB-Sportdirektor Rudi Völler der "Bild" (Donnerstag). Wie zuvor Nagelsmann versicherte auch Völler, dass "wir alle" hinter Pechvogel ter Stegen stehen. "Marc war gerade wieder zurück und auf einem richtig guten Weg, wir haben uns sehr auf seine Rückkehr in die Nationalmannschaft gefreut. Jetzt müssen wir weiter auf ihn verzichten. Aber für Marc persönlich ist dieser Rückschlag natürlich noch viel härter", hatte Nagelsmann mitgeteilt. Baumann ist jetzt mehr als ein Platzhalter Der Rückschlag ändert aber auch beim DFB alle bisherigen Torhüter-Pläne und die bisher gültigen Absprachen zwischen Nagelsmann und ter Stegen. Der Hoffenheimer Oliver Baumann (35) ist plötzlich nicht mehr nur Platzhalter für die virtuelle deutsche Nummer 1. Wenn Nagelsmann am 23. März den DFB-Kader erstmals im WM-Jahr für die Länderspiele in Basel gegen die Schweiz und in Stuttgart gegen Ghana im fränkischen Herzogenaurach versammelt, wird ter Stegen fehlen. Es ist der letzte Lehrgang vor der Nominierung des vorläufigen WM-Kaders Mitte Mai. "Ich werde zurückkommen", kündigte ter Stegen immerhin kämpferisch an. Aber wann? Und in welches Tor? Das von Girona? Ins DFB-Tor bei der WM? "Trainieren und spielen", das sei für einen Athleten "die größte Freude", äußerte ter Stegen. OP und Reha heißt vorerst wieder sein Programm. Am 26. Mai 2012 stand er bei einem 3:5 gegen die Schweiz in Basel erstmals im deutschen Tor. Im dortigen St. Jakob-Park sollte 14 Jahre später beim Test gegen die Eidgenossen sein WM-Traum konkret werden. Doch dazu kommt es für ter Stegen nach vier großen Turnieren ohne jeden Einsatz (EM 2016, WM 2018, WM 2022, EM 2024) nicht. Schon seit November 2023 bremsen ihn immer neue Verletzungen aus. Zweimal war es der Rücken, dazwischen zwang ihn ein Riss der Patellasehne im Knie monatelang in den Krankenstand. Fast 450 Tage fiel der Torwart zusammengerechnet aus. Fast 100 Spiele verpasste er in dieser Zeit im Verein und für Deutschland. Bei den Niederlagen gegen Portugal und Frankreich beim Final Four der Nations League im Juni 2025 bestritt er seine letzten von insgesamt 44 Länderspielen. Nagelsmanns neuer Blick auf Neuer kontra BaumannNagelsmann und Völler vermieden in ihren Stellungnahmen zu ter Stegen klare WM-Aussagen. "Im Moment zählt nur: Gesund werden, in Ruhe und ohne Druck", äußerte der Bundestrainer. Am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) dürfte auch Nagelsmann nun mit anderen Augen nach München schauen: Denn da tritt im Bundesliga-Topspiel Oliver Baumann mit der TSG Hoffenheim gegen den FC Bayern und Neuer an. Neuer war Nagelsmanns Nummer 1 bei der Heim-WM 2024. Danach hatte Neuer seine DFB-Karriere beendet. Ein WM-Comeback des Weltmeisters von 2014 war bislang kein Thema. Bleibt es dabei? Am 27. März, wenn Deutschland in Basel zum WM-Test gegen die Schweiz antritt, feiert Neuer seinen 40. Geburtstag.

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Olympische Winterspiele: Fahnenträger Draisaitl: Aufmerksamkeit auch in Deutschland?

Einen Eishockeyspieler wie Leon Draisaitl hat es in Deutschland noch nie gegeben. Die Aufmerksamkeit in Deutschland für seine Leistungen in der NHL ist aber gering. Das könnte sich nun ändern.Zumindest mit der deutschen Olympia-Geschichte ist der Name Draisaitl bereits fest verbunden. Deutschlands aktueller Fahnenträger Leon Draisaitl war noch nicht geboren, als sein Vater Peter den berühmtesten Penalty der deutschen Eishockey-Historie vergab. Am 18. Februar 1992 stand Deutschland in Meribel vor einer Sensation und hatte Kanada um den späteren NHL-Superstar Eric Lindros am Rande einer Viertelfinalniederlage. Zehn Millionen TV-Zuschauer sahen zu, als der von Peter Draisaitl im Penaltyschießen geschossene Puck genau auf der Linie liegen blieb und Deutschland scheiterte. Sogar die "Tagesschau" wurde damals verschoben. 34 Jahre später betritt sein Sohn - endlich, möchte man sagen - die olympische Bühne. Und wie. Bei seiner ersten Teilnahme an den Winterspielen führt der 30-Jährige sogleich das deutsche Team bei der Eröffnungsfeier in Mailand an. "Bei dem Gedanken, am Freitagabend als Fahnenträger zusammen mit dem deutschen Team im San Siro einzulaufen, bekomme ich Gänsehaut. Das ist ein Höhepunkt meiner Karriere", sagte Draisaitl, dem diese Ehre als erster Eishockeyspieler überhaupt zuteil wird. Aus Calgary zum Treffen mit Bundespräsident Steinmeier in MailandBis zu diesem Karriere-Highlight stand dem Kölner freilich ein logistischer Kraftakt bevor. Am Freitagvormittag soll Draisaitl - wenn alles gut geht - in Italien ankommen und auch auf Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier treffen. In der deutschen Nacht zum Donnerstag stand Deutschlands Sportler des Jahres 2020 noch bei den Calgary Flames auf dem Eis und verlor mit seinen Edmonton Oilers trotz eines Tore-Doppelpacks von ihm mit 3:4. An der offiziellen Vorstellung des Fahnenträgerduos am Donnerstag konnte er wegen seiner langen Anreise daher nicht teilnehmen.Stattdessen schickte der NHL-Star eine Videobotschaft - "kurz und bündig", wie auch der Deutsche Olympische Sportbund anmerkte. "Ich bin unfassbar stolz darauf" war eine der wenigen Sätze, die er dabei sprach. Die für das Rheinland bekannte Geschwätzigkeit und ausufernde Emotionen sind nicht sein Ding. Auch dies ist ein Grund dafür, warum er trotz seiner überragenden sportlichen Leistungen in der NHL in Deutschland (noch) nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat, die er vielleicht verdient.Weikert verteidigt Draisaitl-WahlVereinzelte Kritik an der Wahl zum männlichen Fahnenträger wies DOSB-Präsident Thomas Weikert zurück. Weikert verwies auf das Prozedere der Wahl, bei der Draisaitl 51 Prozent aller Stimmen von rund 135.000 Olympia-Fans und 41 Prozent der Stimmen aus dem deutschen Team bekam: "Ich denke, das ist die richtige Legitimation." Draisaitl wurde dabei Sportlern vorgezogen, die schon einige olympische Erfolge vorweisen können.Dafür, dass der Eishockey-Star indes vor seiner ersten Olympia-Teilnahme steht, kann er nichts. 2014 gab er als 18-Jähriger sein WM-Debüt. In dem Jahr hatte Deutschland die Winterspiele in Sotschi verpasst. Und 2018 und 2022 verweigerte die NHL ihren Spielern jeweils die Olympia-Teilnahme.Auch Draisaitl machte Silber-Sensation von 2018 erst möglichDabei hatte Draisaitl sogar entscheidenden Anteil daran, dass der bislang größte deutsche Eishockey-Erfolg mit der olympischen Silbermedaille von Pyeongchang 2018 überhaupt möglich wurde. Draisaitl war 2016 Teil der damals noch mit NHL-Spielern gespickten Nationalmannschaft, die in Riga überhaupt die Olympia-Qualifikation schaffte. Überhaupt verwies Weikert auf Draisaitls sportliche Leistungen. "Er ist ein Superstar, auf den die halbe Welt guckt. Auch für uns ist das eine Ehre, dass so ein Superstar die deutsche Fahne trägt", befand der DOSB-Präsident. Beinahe unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit entwickelte sich Draisaitl in den vergangenen zwölf Jahren in der besten Liga zu einem Weltklasse-Akteur. Er zählt nun zu den fünf besten Spielern der Welt und ist aktuell mit 14 Millionen US-Dollar pro Jahr bei den Edmonton Oilers der bestbezahlte Eishockey-Spieler des Planeten.Er war in der NHL Torschützenkönig, bester Scorer, wertvollster Spieler der Liga (MVP) und stand in zwei Stanley-Cup-Finals. Gerade erst wurde er zum zweiten außerhalb von Nordamerika geborenen Spieler der NHL-Historie nach dem legendären Finnen Jari Kurri, der in der achten Saison am Stück mindestens 80 Scorerpunkte sammelte. Eine Olympia-Teilnahme wurde ihm aber bislang verwehrt. Bis jetzt. "Ich freue mich schon seit Monaten wie ein kleines Kind darauf", sagte der NHL-Superstar vor seiner Abreise aus Kanada.

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Biathlon bei Olympia: Letzte Gold-Chancen: Preuß hat noch eine Rechnung offen

Franziska Preuß startet in Antholz zum letzten Mal bei Olympia. Warum eine Einzelmedaille für die Erfolgsbiathletin besonders wäre – und Gold nicht alles bedeutet.Was Biathlon für sie ist, kann Franziska Preuß ganz einfach erklären. "Es kann ein richtiger cooler Sport sein, aber manchmal auch ein richtiges Arschloch", sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres. Viele Medaillen und der Gesamtweltcupsieg als Krönung stehen für ihre guten Zeiten, unzählige gesundheitliche Rückschläge und bittere Momente für die schlechten. Ein letztes Mal geht die 31-Jährige aus Ruhpolding nun bei den Olympischen Winterspielen in Antholz auf die Jagd nach Edelmetall, ehe die letzte Skijägerin einer ganz besonderen Generation nach der Saison ihre Karriere beendet. "Ich versuche jetzt auch, die Rennen, die noch kommen, einfach zu genießen", sagte Preuß. Ob sie gleich zum Auftakt in der deutschen Mixed-Staffel am Sonntag (14.05 Uhr) in Südtirol am Start stehen wird, ist noch nicht bekannt. Maximal gibt es sechs Chancen auf Medaillen für sie, in einem Einzelrennen stand sie bei Winterspielen noch nie auf dem Podest. Bronze mit der Staffel 2022 in Peking ist ihr bislang größer Olympia-Erfolg. "Mit den Olympischen Spielen habe ich meine eigene Rechnung offen", sagte Preuß deswegen auch.Olympia-Gold wäre nicht ihr größter ErfolgZum vierten Mal startet Preuß bei Olympia, ein vierter Platz über 15 Kilometer vor acht Jahren ist ihre beste Einzelplatzierung. Doch selbst eine Goldmedaille wäre für sie nicht so viel wert wie der Triumph im Gesamtweltcup vor knapp einem Jahr. "Für mich ist das unerreichbar. Ich denke, das werden andere anders sehen, aber für mich ist das so", sagte Preuß.Das liegt vor allem an ihrer langen Leidensgeschichte. Sie hatte immer wieder Saison-Höhepunkte mindestens teilweise verpasst, weil sie krank war und der Körper nicht richtig mitspielte. Weder bei Olympia in China noch bei den anschließenden Weltmeisterschaften war sie je topfit und dachte ans Aufhören. "Ich beneide das Durchhaltevermögen", sagte Bundestrainer Kristian Mehringer in einer Dokumentation des Weltverbands IBU: "Sie hat sich in acht bis zehn Jahren nach vielen Rückschlägen immer wieder zurückgekämpft."Eine Operation löst viele ProblemeErst im Frühjahr 2024 brachte eine Operation der Nasennebenhöhlen Besserung. "Ich bin froh, dass man medizinisch was gefunden hat, was der Grund dafür war, dass ich so anfällig war", sagte sie damals. Auch danach bremsten sie Erkrankungen aber noch aus, wegen einer Corona-Infektion musste sie im Dezember unfreiwillig pausieren. Das sorgte letztendlich dafür, dass sie zurücktreten wird. Ob Preuß nach Olympia sofort aufhört oder doch noch bei den letzten drei Weltcups antritt, will sie kurzfristig entscheiden.Im Training lag ihr Fokus voll auf den Winterspielen. "Ich möchte für mich selbst einfach noch mal schöne Spiele haben. Das war eine Motivation und da macht das Training Spaß, wenn man ein Fernziel hat", sagte Preuß: "Ich hoffe, dass ich meine besten Rennen vom ganzen Winter zeigen kann."Dafür reiste sie in den vergangenen Jahren eigenständig für Trainingslager nach Antholz, ganz ohne ihre Teamkolleginnen. Dafür mit ihrem langjährigen Lebensgefährten Simon Schempp, der mit viermal WM-Gold noch etwas erfolgreicher war als seine Freundin. Doch Preuß, die elf WM-Medaillen gewonnen hat, ist auf der Zielgeraden ihrer Laufbahn mit sich selbst im Reinen.Eine Einzelmedaille? "Wahnsinnig schwer"Erst mit 16 Jahren kam sie zum Biathlon, lernte den Sport spät aber schnell, nachdem sie sich zuvor als Leichtathletin versucht hatte. In diesem Winter wollte es aber nicht so laufen wie noch im vergangenen, als sie dank eines perfekten Rennens auch Weltmeisterin in der Verfolgung wurde. "Ich hoffe, dass ich jetzt wieder in diesen positiven Flow komme und man sich gar nicht so groß Gedanken um Resultate macht", sagte Preuß.Medaillen zu planen sei unmöglich. Die Weltspitze ist enger zusammengerückt. Lou Jeanmonnot, Julia Simon, Lisa Vittozzi, Dorothea Wierer, Hanna und Elvira Öberg - die Liste der Mitfavoritinnen ist lang wie nie. "Es ist wahnsinnig schwer", sagte Preuß. Am Tag X müsse alles stimmen, "damit man überhaupt die Chance hat, aufs Podium zu kommen". Im Sprint in Ruhpolding hatte sie im Januar ein perfektes Rennen gezeigt, trotzdem wurde sie nur Fünfte.Alleingänge kein Problem für den VerbandWährend der Rest des deutschen Frauenteams meist gemeinsam für Olympia trainierte, ging Preuß ihren eigenen Weg. In der Vergangenheit war sie nach Höhentrainingslagern oft krank geworden. "Da fehlt mir ein bisschen die Überzeugung teilweise", sagte Preuß zum Gruppentraining. Für den Deutschen Skiverband waren die Alleingänge nie ein Problem. Preuß bekam die Freiräume, die sie sich wünschte und zahlte das Vertrauen mit starken Leistungen zurück.Wenn sie sich im Frühjahr verabschiedet, wird sie eine große Lücke hinterlassen. Nachdem zuvor Laura Dahlmeier und Denise Herrmann-Wick erfolgreiche Jahre geprägt hatten, geht die letzte noch aktive deutsche Einzel-Weltmeisterin in den Ruhestand. "Es geht immer weiter", sagte Preuß und machte trotz ihres Abschieds Hoffnungen auf eine gute Zukunft: "Es gibt junge Mädels, die haben wahnsinnig viel Potenzial. Da braucht man sich keine Sorgen machen."

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Adrian Heath: Wie eine marokkanische Bande einen englischen Trainer entführte

Ein erfundener Scheich als Vorwand: Der englische Fußball-Trainer Adrian Heath flog in dem Glauben nach Marokko, bald einen neuen Job zu haben – stattdessen wurde er entführt.Der englische Fußballtrainer Adrian Heath erhielt im Sommer 2024 einen Anruf – und war erst einmal froh darüber. Heath, langjähriger Fußballprofi beim FC Everton im Rang einer Klublegende, hatte viele Jahre in der Major League Soccer als Trainer gearbeitet, doch seit Sommer 2023 war er seinen Job bei Minnesota United los, das er sechs Jahre lang gecoacht hatte. Als ein Fußballagent aus der Heimat anrief und ihm ein lukratives Angebot unterbreitete, war Heath hoffnungsfroh und ließ sich darauf ein. Dass er Opfer eines Verbrechens werden würde, ahnte der damals 63-Jährige nicht.Heath und seine Ehefrau Jane hatten, nachdem alles überstanden war, zunächst beschlossen, die Geschichte für sich zu behalten. Sie wollten es nicht an die große Glocke hängen. Nur engsten Familienmitgliedern und einigen Freunden berichteten sie von dem traumatischen Geschehen. Aber ein Jahr später kam erneut ein Anruf – diesmal vom FBI. Der Agent am anderen Ende der Leitung wollte Heath sprechen, weil es einen weiteren Fall gab, in dem ein Fußballtrainer ähnlich abgezockt werden sollte wie in Heaths Fall. Zudem erfuhr er, dass es vor ihm zwei weitere Opfer dieser Masche gegeben habe. Adrian Heath und Ehefrau wollen an die Öffentlichkeit, um zu warnen"Als wir den Anruf vom FBI erhielten, dass es wieder passiert war, war ich geschockt", sagte Jane Heath. "Man glaubt, es sei vorbei, aber es wird nie vorbei sein ... und dann der Gedanke, dass eine andere Familie so etwas durchmachen muss." Also entschlossen sich Heath und seine Frau, an die Öffentlichkeit zu gehen, um weitere mögliche Opfer zu warnen, und gaben der "New York Times" ein Interview.Darin schildert Heath detailreich, welches Martyrium er erlitten hat. Das Angebot eines Klubs in Saudi-Arabien, dass er anderthalb Jahre zuvor erhalten hatte, habe sich seriös angehört. Es sei zwar zunächst wieder auf Eis gelegt worden, weil ein anderer Trainer engagiert worden sei, doch Monate später habe der Agent erneut angerufen: "Adrian, dieser Job ist bald wieder zu haben, und du warst letztes Mal schon ganz nah dran", habe der Agent gesagt. "Möchtest du noch einmal darüber nachdenken?"Das wollte Heath. Er hatte Lust, wieder als Trainer zu arbeiten. Der Agent zeigte sich am Telefon kenntnisreich und glaubwürdig. Er führte mehrere Gespräche mit dem Mann, seine Frau hörte jedes Mal über Lautsprecher zu. Heath wollte den Job, wenn alles passte. Und das tat es. Sie sprachen über das Gehalt, das Budget für den Trainerstab, über Wohnmöglichkeiten und sogar die Gesundheitsversorgung. Heath rief alte Fußball-Kontakte an, die in Saudi-Arabien arbeiteten, und erkundigte sich über die Liga und den Verein. Sogar Liverpool-Legende Steven Gerrad gab wärmste Empfehlungen ab.Heath: Alles klang zunächst seriösSchließlich bat ihn der Agent um ein Treffen mit dem Klubbesitzer, ein Saudi-Scheich, der sich aus geschäftlichen Gründen in Marokko aufhalte. Heath bekam an einem Sonntag ein Flugticket und eine Reservierung für ein Fünf-Sterne-Hotel irgendwo am Mittelmeer. Wenn alles nach Plan laufe, sagte der Agent, könne man am Dienstag in Saudi-Arabien den Vertrag unterzeichnen. Es machte alles einen professionellen Eindruck, so wie Heath und Ehefrau es früheren Vertragsgesprächen kannten. Es gab keine "roten Flaggen".Am Flughafen in Tanger wurde Heath von zwei Männern mit Blumenstrauß standesgemäß empfangen: Mit dem Auto sollte es dann ins Hotel gehen. Nach 40 Minuten Fahrt bogen sie auf einmal von der Schnellstraße ab, und Heath dachte: "Ach, sie nehmen eine Abkürzung." Nach weiteren 20 Minuten wurde es dunkel und die Straße schmaler, so schildert es Heath. Es war der Moment, in dem er das erste Mal "ein wenig panisch" wurde. Die Fahrt endete in einer "zwielichtigen Gegend in einer kleinen Hafenstadt", und nicht in einem Fünf-Sterne-Hotel am Strand.Die Männer führten ihn in ein Mietshaus. Die Wohnung war spärlich möbliert, vor den Fenstern hingen dicke Vorhänge. In einem Zimmer, warteten drei Männer. Einer um die 50, einer in den Dreißigern Jahren und ein etwa 20-Jähriger, wohl der jüngere Bruder des 30-Jährigen. Sie sagten zunächst nichts, tranken und rauchten.Entführer waren bestens informiertNach einer Stunde fiel der Satz: "Ihnen ist natürlich klar, dass das nicht das ist, was Sie erwartet haben", sagte der Mann in den Dreißigern zu Heath. "Es wird so laufen: Sie werden uns Geld schicken. Und wenn du das nicht tust, wirst du deine Frau nie wieder sehen. Du wirst deine beiden Kinder und deine Enkelkinder nie wieder sehen." Die Entführer waren über seine Familienverhältnisse gut informiert. Heath geriet in Panik. Hinzu kam: Seine Frau rief ihn auf dem Handy an, weil sie sich Sorgen machte. Normalerweise telefonierten sie, wenn er im Hotel angekommen war. Diesmal hatte Heath zunächst nur knappe, fehlerhafte Textnachrichten geschickt, was Jane Heath stutzig machte. Also rief sie ihn später an. Die Entführer hielten ihm das Handy vors Gesicht. Heath klang anders, antwortete nur kurz. "Wir sprechen morgen wieder", sagte er. Danach presste ihm einer der Entführer ein Messer an den Hals. "Hör zu", sagte der, "Du hast jetzt ein paar Stunden, Dir alles in Ruhe zu überlegen." Heath hatte Zeit gewonnen, weil er den Entführern erzählt hatte, dass die Banken in den USA jetzt geschlossen hätten.Die Nacht auf der Couch war das Schlimmste. Er stellte sich schlafend, grübelte aber die ganze Zeit darüber, wie er alles gesund überstehen könnte. "Ich dachte mir, dass es das jetzt wohl gewesen sein könnte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich von hier aus noch nach Hause komme."Ehefrau und Kind des Entführers kommen ins ZimmerAm nächsten Morgen eine Überraschung: Die Frau des 30-jährigen Entführers sei in das Zimmer gekommen, zusammen mit dem Kleinkind. Der Kleine schaute ein wenig Fernsehen, später wurde er offensichtlich zur Schule gebracht und Heath rief seine Frau an mit der knappen Bitte, sie möge eine sechsstellige Summe überweisen. Jane ließ sich zunächst eine Notlüge einfallen, um Zeit zu gewinnen. Angeblich hätte sie keinen Zugriff auf das Konto, weil sie es auf seinen Namen umgeschrieben hätten, erzählte sie. Sie könne ohne ihn kein Geld abheben.Es kam zu Streit und Verhandlungen mit den Entführern, die auf ihr Lösegeld bestanden. Sie verringerten die Summe. Jane log weiter und informierte zwischendurch ihren Sohn Harrison. Der rief seinen Vater ebenfalls an. Aber Heath konnte nicht sprechen: "Harrison, hör mir zu, verdammt nochmal, ich kann nicht", sagte er zu seinem Sohn am Handy.Dann folgte die unglaubliche Rettung. Die Entführer hatten Heath zwar das Handy abgenommen, aber sie hatten vergessen, die Handyortung auszuschalten.In den USA saß die Familie zusammen und beriet. Sohn Harrison rief umgehend den Agenten an, der das Treffen in Marokko arrangiert hatte. Er wollte wissen, was los sei. Schließlich hatte die Schwiegertochter Kaylyn Kyle die rettende Idee: Vielleicht konnten sie den Standort über eine Suchapp orten – und siehe da: Es funktionierte. Harrison schickte den Screenshot sofort an den Agenten – und plötzlich ging alles sehr schnell.Heath wurde von seinen Entführern wieder ins Auto verfrachtet und zum Flughafen gefahren. Dort nahm er den nächsten Flieger, egal wohin. Also flog er nach Madrid. 24 Stunden war er in der Hand seiner Kidnapper gewesen. Am Mittwoch landete er in Minneapolis, wo er dem FBI alles erzählte. Die hätten ihm gesagt: "Sie haben sehr, sehr großes Glück gehabt, dass Sie wieder zurück sind."Quellen: "New York Times", "11Freunde"

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Basketball: Schröder feiert gelungenes Cavaliers-Debüt in der NBA

Dem deutschen Nationalmannschaftskapitän gelingt bei seinem ersten Spiel mit den Cleveland Cavaliers ein Kantersieg. Schröder überzeugt. Bei einer Sache gibt es aber noch Luft nach oben.Deutschlands Basketball-Star Dennis Schröder hat bei seinem neuen NBA-Team einen starken Einstand gegeben. Der Welt- und Europameister feierte mit den Cleveland Cavaliers ein 124:91 bei den Los Angeles Clippers. Schröder steuerte in 19 Minuten von der Bank kommend elf Punkte, sechs Assists, drei Steals und zwei Rebounds bei.Der gebürtige Braunschweiger war vor wenigen Tagen von den Sacramento Kings nach Cleveland getauscht worden und durfte nach knapp fünf Minuten in L.A. erstmals für die Cavs auf den Court. Dort drückte er dem Spiel sofort seinen Stempel auf und war ständiger Aktivposten. Nur mit dem Wurf haderte Schröder noch: Lediglich fünf seiner 14 Versuche waren erfolgreich, darunter ein Dreier.Schröders neuer Mitspieler James Harden, der in einem spektakulären Trade erst am Dienstag von den Clippers zu den Cavaliers gewechselt war, war gegen sein Ex-Team noch nicht dabei. Cleveland feierte seinen 30. Sieg im 51. Spiel und liegt in der Eastern Conference auf dem vierten Rang, acht Spiele hinter Tabellenführer Detroit Pistons.Thunder verlieren ohne Hartenstein beim AngstgegnerTitelverteidiger Oklahoma City Thunder um den deutschen Center Isaiah Hartenstein musste sich derweil 106:116 bei den San Antonio Spurs geschlagen geben. Für das Überflieger-Team aus Oklahoma war es die vierte Niederlage im fünften Spiel gegen die Spurs, bei denen Ausnahmespieler Victor Wembanyama auf 22 Punkte, 14 Rebounds und je zwei Assists und Blocks kam.Den Thunder fehlte mit Shai Gilgeous-Alexander allerdings auch ihr bester Mann. Der wertvollste Spieler der vergangenen Saison fällt derzeit mit einer Bauchmuskelzerrung aus. Außerdem schonte Head Coach Mark Daigneault weitere Stammkräfte, darunter Hartenstein. Dessen Ersatzmann Jaylin Williams avancierte mit 24 Zählern, 12 Rebounds, vier Assists und zwei Blocks zum besten Akteur für OKC.

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Fitness Zuhause: Kettlebell Workout: Was man über das Training mit Kugelhanteln wissen muss

Wer zu Hause keinen Platz für Hantelbank und Klimmzugstange hat, sollte über Kettlebells nachdenken. Die Gewichte mit Griff sind wahre Fitness-Allrounder. Fast zwölf Millionen Deutsche waren 2019 in einem der etwa 10.000 Fitnessstudios oder Fitnessclubs aktiv (oder zumindest zahlende Mitglieder). Tendenz steigend. Die Corona-Pandemie bremste die erfreuliche Entwicklung, mehr für seinen Körper zu tun, aus. Aktuell sind laut Statista nur noch rund 9,3 Millionen Menschen in einem Fitnessstudio angemeldet (Stand 01/2023). Für die Betreiber ist das ärgerlich. Doch die Pandemie hatte auch etwas Gutes: Das Fitness- und Krafttraining hat sich bei vielen ins heimische Wohnzimmer oder den Hobbykeller verlagert. Eins der vielseitigsten Tools, um den Fitnesszustand zumindest zu halten, sind (und bleiben es auch nach der Coronazeit) Kettlebells.Maximilian Longrée (43) - Seit dem Ende seiner Profikarriere als Triathlet unterstützt der gebürtige Essener unter anderem Unternehmen und bietet After-Work-Fitnesskurse für die Mitarbeiter an. In seinem Buch "Schneller mit Krafttraining" widmet er sich unter anderem dem Thema Kettlebells.© Inger DiederichIn diesem Artikel klären wir die wichtigsten Fragen rund um die praktischen Hanteln mit Griff. Die Basics zum Thema und sämtliche Übungsbeispiele stammen aus dem Fachbuch "Schneller mit Krafttraining" von Maximilian Longrée. Hier können Sie dem Buchautor und Personal Coach auf Instagram folgen.Was sind eigentlich Kettlebells?Wie viele andere Tools aus dem Fitnessbereich kam auch der Kettlebell-Trend über den Großen Teich in die Fitnessstudios Europas geflogen. Ihren Ursprung haben die Gewichte mit Griff vermutlich aber im Russland des 18. Jahrhundert. Damals vollführten Zirkuskünstler mit den runden Hanteln waghalsige Kunststücke, ließen sie durch die Luft fliegen und dabei ihre Muskeln spielen. Mittlerweile sind Kettlebells aus dem weltweiten Kraftsport nicht mehr wegzudenken. Sie gehören neben Lang- und Kurzhanteln zur Grundausstattung jedes Fitnessstudios mit einem Bereich für freies Training. Dort liegen sie dann sortiert nach Gewicht – die leichtesten sind 2 Kilogramm schwer, die Schwergewichte bringen stolze 40 Kilo auf die Waage. Dazwischen finden Fitness-Fans fast alles, was ihr Herz begehrt und der Körper zu leisten im Stande ist. Hier ist ein 6-Kilogramm-Exemplar erhältlich.  Welche Muskeln werden mit Kettlebells trainiert?Kettlebells gehören zu den vielseitigsten Fitness-Tools überhaupt. Richtig eingesetzt, können gezielt einzelne Muskeln, ganze Muskelgruppen und Muskelketten trainiert werden. Noch dazu verbessern Kettlebell Workouts die Kraftausdauer, sowie die Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination. Kurzum: Wer regelmäßig und richtig mit Kettlebells arbeitet, trainiert den ganzen Körper. Das Erstaunliche dabei: Mit nur einer Bewegungsfolge, nämlich der Kettlebell typischen Schwungbewegung werden mindestens sieben Muskelketten gefordert. Neben der Wadenmuskulatur sind das die Oberschenkelbeuger und -strecker, die Hüfte, die Bauchmuskulatur sowie der Gesäßmuskel und der Rückenstrecker.Kettlebell Workout: Welches ist das passende Gewicht?Falscher Ehrgeiz ist beim Kettlebell-Training – wie bei den allermeisten sportlichen Herausforderungen auch – eher fehl am Platz. Es gibt allerdings keine Faustformel, um das individuell passende Gewicht zu finden. Gerade Einsteiger sollten deshalb besser mit kleineren Kettlebells beginnen. Aufstocken kann man später immer noch. Frauen, die sich zum ersten mal am Kettlebell-Training versuchen, greifen zunächst zu den 6-Kilo-Kugeln. Bei Männern liegt das empfohlene Einstiegsgewicht bei zwölf bis 16 Kilogramm. Wer seine Muskeln schon etwas länger im Fitnessstudio trainiert, kann auch mit acht Kilogramm (Frauen) und 20 Kilogramm (Männer) loslegen. Gesteigert wird dann frühestens nach vier bis sechs Wochen – und zwar in Schritten von zwei oder vier Kilogramm.Wer räumlich begrenzt ist oder keine Lust hat, ein halbes Dutzend Kugelhanteln in der Wohnung zu deponieren, sollte über verstellbare Kettlebells nachdenken. Beim Modell von Bowflex können mittels Drehrad sechs Gewichte zwischen 3,5 und 18 Kilogramm eingestellt werden.Sie wollen mehr über Fitnessgeräte Zuhause erfahren? Hier gibt es Tipps und Tricks von Ironman-Sieger und Personal Coach Maximilian Longrée.Eisen oder Sand: Welche Kettlebell ist die richtige?Zehn Kilogramm sind zehn Kilogramm. Die berühmte Scherzfrage mit den Federn und dem Eisen dürfte allgemein bekannt sein. Im Grunde geht es bei der Frage nach dem Material der Kettlebell eher darum, wo mit der Hantel trainiert wird. In Gyms liegt meist ein spezieller Boden, der eine unsanft landende Eisenkugel verkraften kann. In einer Mietwohnung sieht das meist anders aus. Wer also nicht unbedingt mit dem blanken Eisen trainieren möchte, greift am besten zu einer mit Sand gefüllten Stoffvariante, die zum Beispiel hier erhältlich ist. Das schont nicht nur das Laminat oder die Fliesen, sondern auch die Nerven der Untermieter. Ein guter Kompromiss sind Kettlebells mit  Neoprenhülle oder einem textilen Überzug. Eine Variante davon ist hier erhältlich. Mit welchen Übungen sollten Kettlebell-Anfänger starten?Auch beim Kettlebell Workout gilt es zunächst, sich mit dem neuen Trainingsgerät vertraut zu machen und Erfolgserlebnisse zu sammeln. Wer gleich in die Vollen geht, riskiert nicht nur Verletzungen. Klappen anspruchsvolle Übungen nicht auf Anhieb besteht zudem die Gefahr, dass Einsteiger schnell die Lust verlieren. Hier zwei beliebte Übungen, mit denen Anfänger Lust auf mehr bekommen.Kreuzheben | Ein Klassiker aus dem Kraftsport. Ausgangsposition ist der aufrechte Stand; die Füße stehen hüftbreit auseinander; die Kettlebell liegt genau dazwischen. Nun wird der Po nach hinten geschoben und die Kettlebell mit beiden Händen und geradem Rücken zunächst wenige Zentimeter angehoben. Danach langsam aufrichten und mit geradem Rücken wieder nach unten biegen. Das Gewicht berührt den Boden dabei nicht. Einsteiger sollten pro Satz mit 10-16 Wiederholungen starten. Mehr als drei Sätze mit Pausen von jeweils einer Minute müssen es für den Anfang nicht sein. Kreuzheben werden neben der Rückenmuskulatur auch die Gesäß- und Schultermuskulatur trainiert,Swing beidarmig | Die wahrscheinlich bekannteste aller Kettlebell-Übungen. Ausgangsposition ist ein etwas mehr als hüftbreiter Stand, die Fußspitzen zeigen leicht nach außen. Nun werden die Knie leicht gebeugt und die Kettlebell mit gebeugtem Oberkörper mit beiden Händen gegriffen. Wichtig: Der Rücken bleibt gerade. Nun wird die Kettlebell mit einer explosiven Bewegung aus der Hüfte und maximal angespannter Gesäßmuskulatur bis etwa auf Augenhöhe geschwungen. Die Kraft darf dabei nicht aus den Armen oder Schultern kommen, sondern allein durch die Hüftstreckung. Beim Abschwingen bleiben die Arme gestreckt. Der Po geht erst nach hinten, wenn die Oberarme beim Rückschwung den Oberkörper berühren. Auch hier sind drei Sätze à 10-16 Wiederholungen für den Einstieg perfekt.Die Übungsbeispiele und Basics zum Thema Kettlebell Workout stammen aus dem Buch "Schneller mit Krafttraining" von Maximilian Longrée.Für weitere Übungen und Tipps für das erste Kettlebell Workout eignen sich zudem handliche Trainingskarten mit Übungsbeschreibungen in Text und Bild. Eine Auswahl mit 50 Übungen ist hier erhältlich.Quellen:  statista.de, "Schneller mit Krafttraining" (von Maximilian Longrée)

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Curling: Erster Olympia-Wettkampf beginnt gleich mit einer Panne

Der Olympia-Start ging leicht in die Hose: Die Curler eröffneten die Winterspiele in Mailand und Cortina – und standen plötzlich in einer dunklen Eishalle.Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen für diese 25. Olympischen Winterspiele. Denn noch vor der offiziellen Eröffnungsfeier am Freitag gab es beim ersten olympischen Wettkampf schon eine Panne.Die Curler durften die Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo eröffnen. Die Stimmung in Cortina d'Ampezzo, wo die Curling-Wettbewerbe stattfinden, war prächtig und erwartungsfroh, wurde aber getrübt: Bei den ersten Matches ging plötzlich das Licht aus. Auch auf der Anzeigetafel war nichts mehr zu sehen.Fernsehzuschauer bekamen immerhin den Hinweis, die Wettkämpfe seien wegen "technischer Wartung" unterbrochen. Die parallel ausgetragenen Mixed-Double-Partien zwischen Schweden und Korea, Großbritannien und Norwegen, Kanada und Tschechien sowie Estland und der Schweiz befanden sich noch im ersten End.Olympia: Curler nehmen die Unterbrechung mit HumorEtwa fünf Minuten dauerte die Unterbrechung, die Athleten und Fans im Cortina Curling Olympic Stadium allerdings – nach einer kurzen Zeit der Verwirrung – gelassen aufnahmen. Zwei Curlerinnen griffen sogar kurzerhand zu ihren Besen, funktionierten diese zu Luftgitarren um und brachten damit die Zuschauer zum Lachen. Nachdem der Stromausfall behoben war, konnten die Partien ohne weitere Zwischenfälle zu Ende gespielt werden – mit Siegen für Schweden, Großbritannien, Kanada und Estland. "Es hat mich nicht gestört, dass das Licht ausgegangen ist", sagte der britische Curler Bruce Mouat. "Es hatte etwas von einem Rave oder einem Nachtclub."Am Freitag markiert die Eröffnungsfeier den offiziellen Beginn der Winterspiele. Sie wird im Mailänder Fußball-Tempel San Siro stattfinden. Teile der Show werden neben Mailand auch in Cortina d’Ampezzo, Bormio und Predazzo aufgeführt werden. Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo wird es insgesamt 116 Medaillenentscheidungen geben. Quellen: BBC, Olympics, Nachrichteagentur DPA

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DFB-Pokal: Titelverteidiger Stuttgart schlägt Kiel – Hase sorgt für Halbzeitshow

Titelverteidiger VfB Stuttgart wird im DFB-Pokal seiner Favoritenrolle gerecht und siegt bei Zweitligist Kiel. Ein tierischer Flitzer sorgte in der Pause für Unterhaltung.Der VfB Stuttgart hat sich im eiskalten Norden nicht wie einst der FC Bayern düpieren lassen und seine nächste Aufgabe im DFB-Pokal gemeistert. Der Titelverteidiger gewann am Ende cool mit 3:0 (0:0) beim Zweitligisten Holstein Kiel und zog zum dritten Mal innerhalb von vier Spielzeiten unter der Regie von Trainer Sebastian Hoeneß in das Halbfinale ein.Der schwäbische Champions-League-Kandidat trotzte dank der Treffer von Deniz Undav (56. Minute), Chris Führich (89.) und dem Ex-Kieler Atakan Karazor (90.+2) vor 15.034 Zuschauern im ausverkauften Holstein-Stadion auch den widrigen Minustemperaturen und ließ keine erneute Pokal-Sensation der Kieler zu. Der Bundesliga-Absteiger hatte vor knapp fünf Jahren den Rekordgewinner aus München aus dem Wettbewerb geworfen. Holstein Kiel ärgerte zuvor zwei Bundesligisten im DFB-PokalWährend Hoeneß keine kurzfristigen Ausfälle verzeichnen musste, fehlte bei den Gastgebern überraschend Steven Skrzybski. Am Vortag hatte der Kieler Kapitän noch als Gast bei der Pressekonferenz bekräftigt, wie groß die Vorfreude auf das Spiel sei. "Das ist ja das, wofür jeder Fußballer brennt. So ein Spiel. Flutlicht. Pokal. Dafür ist man dann auch als Kind Fußballer geworden und hat darauf hingefiebert", hatte der Angreifer gesagt. Wegen einer muskulären Verletzung im Abschlusstraining musste er aber passen. Die Kieler kamen auch ohne ihren Kapitän gut ins Spiel und nutzten einige Umschaltaktionen clever für aussichtsreiche Torschüsse durch Adrian Kapralik (8.) und Andu Kelati (11.). Die Stuttgarter taten sich zunächst etwas schwer, wurden aber trotz der eisigen Bedingungen etwas munterer. Chris Führich und Deniz Undav (25.) per Kopf versuchten sich vergeblich am 1:0, ehe die VfB-Führung fast durch eine Unachtsamkeit von Pokaltorwart Timon Weiner entstand, dem eine Flanke durch die Finger flutschte. Doch der Schuss von Bilal El Khannous wurde geblockt.Hase sorgt für BelustigungAuf dem Platz blieb die Unterhaltung eher mäßig. Dafür sorgte ein tierischer Flitzer für Abwechslung. Ein Hase rannte wenige Minuten nach dem Pausenpfiff quer über den Rasen und verschwand dann wieder. Die Zuschauer im ausverkauften Holstein-Stadion jubelten dem Tier zu, nachdem beide Teams torlos in die Pause gegangen waren. In dieser Pokalsaison hatten sich die in der Liga durchwachsen auftretenden Kieler jeweils auswärts gegen die Bundesligisten VfL Wolfsburg (1:0) und dann den Hamburger SV im Elfmeterschießen durchgesetzt. Der gut aufgelegte Titelverteidiger Stuttgart, der seit dem Jahreswechsel nur eines von sieben Pflichtspielen verloren hat, besiegte im Pokal bislang die Zweitligisten Braunschweig und Bochum sowie dazwischen Erstliga-Konkurrent Mainz. Die Gäste starteten deutlich aktiver in die zweite Hälfte. Führich bekam nach einem Duell mit Kiels Kasper Davidsen einen Freistoß zugesprochen. Aus der daraus resultierenden Hereingabe leitete VfB-Kapitän und Ex-Kieler Atakan Karazor den Ball im Strafraum zu Undav per Kopf. Der Nationalspieler setzte sich beharrlich durch und spitzelte den Ball ins Tor. In der Schlussphase wurden die Kieler noch mal gefährlich, der Titelverteidiger machte dann mit seinen beiden späten Toren aber alles klar. 

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Neuer Trainer: Werder Bremen holt Thioune – die Probleme bleiben

Werder Bremen hat nach dem Rauswurf von Horst Steffen mit Daniel Thioune schnell einen Nachfolger präsentiert. Der neue Trainer trifft dabei auf die gleichen Probleme.Werder Bremen hat nur drei Tage nach der Entlassung von Horst Steffen einen neuen Trainer an der Weser vorgestellt: Es ist Daniel Thioune, 51 Jahre alt. Der Niedersachse soll Werder aus der Abstiegszone führen, in die der Klub unter Vorgänger Steffen Vorgänger hineingeraten ist. Aktuell liegt Bremen nach zehn sieglosen Spielen in Folge mit 19 Punkten auf dem 15. Tabellenrang, nur einen Punkt vor dem Relegationsplatz. Thioune war im Oktober vergangenen Jahres nach dreieinhalb Jahren bei Fortuna Düsseldorf freigestellt worden. Dass er eine Mannschaft im Abstiegskampf retten kann, hat er in Düsseldorf gezeigt. Im Februar 2022 übernahm Thioune den Traditionsklub auf Platz 15, beendete die Saison im gesicherten Mittelfeld. Ein Jahr später führte Thioune die Mannschaft auf Platz vier der Zweiten Bundesliga und scheiterte weitere zwölf Monate darauf erst in der Relegation in einem dramatischen Elfmeterschießen am Aufstieg."Ich freue mich sehr auf die Arbeit mit der Mannschaft, und ich bin überzeugt, dass es uns gelingen wird, erfolgreich miteinander zu arbeiten und die Ziele des Vereins zu erreichen", sagte Thioune laut Pressemitteilung.Froh über die schnelle LösungIn Bremen dürften sie froh sein, dass die Trainersuche nicht zur Hängepartie wird. Auch die Dänen Bo Henriksen und Bo Svensson standen auf der Kandidatenliste. Svensson sagte offiziell ab, bei Henriksen hätten sich die Ablöseverhandlungen mit Ligakonkurrent Mainz 05, an den der Trainer nach seiner Entlassung noch vertraglich gebunden ist, wohl kompliziert gestaltet. So fiel die Wahl auf Thioune, der vorher schon zum Kandidatenkreis gehörte.Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz und Sportdirektor Peter Niemeyer (Leiter Profifußball) standen unter akutem Handlungsdruck. So gesehen ist ihnen mit der schnellen Entscheidung ein erster Schritt gelungen, um die Krise zu bewältigen. Eine längere Hängepartie mit kursierenden Namen und Gerüchten hätte den Schaden mit hoher Wahrscheinlichkeit vergrößert. Zu mies ist die Stimmung rund um das Weserstadion. Das liegt auch daran, dass man sich einen ganz anderen Saisonverlauf erwartet hatte. Einen, der Richtung internationale Plätze führt, und nicht in die Abstiegsregion.Sowohl Fritz als auch Niemeyer stehen längst selbst im Fokus, wenn in Bremen nach den Gründen für die schwache Spielzeit gesucht wird. Unter den Fans gilt Fritz sowieso als Hauptschuldiger. Zuletzt starteten Anhänger eine Petition, um den ungeliebten Boss aus dem Job zu entfernen. Die Ultras machten sich mit einem großen Banner über den Sport-Geschäftsführer lustig. "Fritz verleihen" stand darauf, in Anspielung auf einen Fauxpas. Fritz hatte zugeben müssen, dass er nicht wusste, dass man mehr als sechs Leihspieler beschäftigen kann, wenn sie auch von ausländischen Klubs kommen.Viel hat bei Werder Bremen zuletzt nicht funktioniertDas führt zum Kernproblem bei Werder: Viel hat zuletzt nicht funktioniert, der Verein gibt unter Clemens Fritz ein schwaches Bild ab. Der neue Coach wird vor den gleichen Problemen stehen, die auch Steffen den Job schwer machten. Die Transferpolitik ist unterm Strich negativ, der Kader ist nicht ausgewogen zusammengestellt, hoffnungsvolle Talente haben sich nicht so entwickelt wie vorgesehen. Hinzu kamen eine Verletzungsmisere (was zum Teil mit der Transferpolitik zusammenhängt, wenn man verletzungsanfällige Spieler wie Wöber oder Boniface holt) und eine eklatante Offensivschwäche.  Horst Steffen hat dafür den Preis bezahlt, weil er als Trainer zuerst in der Verantwortung steht. Aber nicht, weil er der Alleinschuldige für die Misere ist. Das gab Fritz am Sonntag zu, als er auf einer Pressekonferenz sagte: "Wenn so was passiert, sind wir alle in der Verantwortung. Ich natürlich auch in erster Linie, natürlich auch die Mannschaft." Jetzt hoffen sie an der Weser auf die Wende unter Thioune. Leicht wird es nicht. 

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Olympia 2026: Der NHL-Star und die Adlerin – das sind die deutschen Fahnenträger

Die Entscheidung um die Fahnenträger ist gefallen: Bei der Olympia-Eröffnungsfeier werden Leon Draisaitl und Katharina Schmid Team Deutschland anführen. Wer sind die Athleten?Es ist eine der größten Ehren, die einem Sportler zuteil werden kann: Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Mailand werden Leon Draisaitl und Katharina Schmid die deutsche Fahne tragen. Das ist das Ergebnis einer Online-Abstimmung.Draisaitl setzte sich gegen den Nordischen Kombinierer Johannes Rydzek und Rodler Tobias Wendl durch. Schmid erhielt den Vorzug vor Bob-Pilotin Laura Nolte und Snowboarderin Ramona Hofmeister.Fahnenträger Leon Draisaitl: Der Star aus der NHLEishockey-Spieler Leon Draisaitl spielt in der nordamerikanischen Profiliga NHL bei den Edmonton Oilers. Dort hat er schon mehr als 800 Spiele bestritten und gehört er zu den absoluten Top-Stars: Schon 2020 wurde er zum MVP – dem wertvollsten Spieler – gekürt und im gleichen Jahr als Deutschlands Sportler des Jahres ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr sammelte er die meisten Scorerpunkte in den Play-offs.Der Center soll in Mailand das deutsche Eishockey-Team zum Erfolg führen, das erklärte Ziel ist eine Medaille. "Als Sportler gehst du in ein Turnier rein, um das Turnier zu gewinnen", erklärte Draisaitl, der mit den Oilers zuletzt zweimal nur knapp den Stanley Cup verpasste.Der 30-Jährige feiert in Mailand sein Olympia-Debüt – zuvor hatten die Spieler aus der NHL keine Freigabe für die Olympischen Spiele erhalten, da in der Liga weitergespielt wird. Draisaitl muss nun eigens früher anreisen: Eigentlich sollten die NHL-Spieler erst nach der Eröffnungsfeier in Mailand eintreffen, das erste deutsche Match steht erst am 12. Februar an.Katharina Schmid beendet ihre Karriere nach OlympiaKatharina Schmid ist das Aushängeschild der deutschen Skispringerinnen. Die 29-Jährige hat bereits an drei Olympischen Spielen teilgenommen – und das durchaus erfolgreich: 2018 in Pyeongchang und vier Jahre später in Peking gewann sie von der Normalschanze jeweils Silber. Darüber hinaus wurde sie sieben Mal Weltmeisterin.Skispringerin Katharina Schmid© Urs Flueeler/KeystoneIm Gedächtnis bleibt auch ein bitterer Olympia-Moment: 2022 wurde sie im ersten Durchgang des Mixed-Wettbewerbs wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert, das deutsche Team schied daraufhin aus.Der Auftritt mit der schwarz-rot-goldenen Fahne dürfte der letzte große Höhepunkt ihrer Karriere werden, die sie nach Olympia beendet. "Es wäre eine Wahnsinns-Ehre, wenn ich da als Fahnenträgerin einlaufen dürfte", sagte sie vor der Entscheidung. "So eine Chance bekommt man nur einmal im Leben."

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Olympia: Deutsche Fahnenträger bei den Winterspielen 2026 stehen fest

Dem deutschen Olympia-Team mit Fahnen in der Hand voranzuschreiten, ist eine besondere Ehre. Diese wird bald einem Eishockey-Star und einer Skispringerin zuteil.Eishockey-Superstar Leon Draisaitl und Skispringerin Katharina Schmid sind bei der Eröffnungsfeier der Winterspiele in Italien die deutschen Fahnenträger. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung unter Sportfans und dem Team für die Spiele in Mailand und Cortina, wie der Deutsche Olympische Sportbund verkündete. Zuerst hatte die "Bild" berichtet. Draisaitl wird die deutsche Fahne ins Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion tragen, Schmid kommt diese Ehre bei der parallelen Zeremonie in Predazzo zu.Rund 135.000 Olympia-Fans hatten bei der Online-Wahl des deutschen Fahnenträger-Duos für die Eröffnungsfeier der Winterspiele ihre Stimme abgegeben. Das sind deutlich mehr als vor Winter-Olympia in Peking vor vier Jahren, als sich 120.000 Menschen an dem Voting beteiligten. Den bisherigen Rekord für diese Publikumswahl hält nach DOSB-Angaben die Abstimmung vor den Sommerspielen in Paris 2024, als sogar eine halbe Million Sportfans teilnahmen.Draisaitl setzte sich gegen den Nordischen Kombinierer Johannes Rydzek und Rodler Tobias Wendl durch. Schmid erhielt den Vorzug vor Bob-Pilotin Laura Nolte und Snowboarderin Ramona Hofmeister. "Wer es auch immer sein wird, es wird ein würdiges Duo sein", hatte Chef de Mission Olaf Tabor kurz vor Verkündung des Wahlergebnisses gesagt. Leon Draisaitl war schon Sportler des JahresDraisaitl hatte nach seiner Nominierung erklärt: "Es ist was ganz, ganz Besonderes. Ich meine, wann kannst du als Sportler deine ganze Nation bei einem Turnier, bei einer Olympiade vorne weglaufen und das Land repräsentieren. Das wäre für mich ein absolutes Highlight."Für den Topstürmer von den Edmonton Oilers sind es die ersten Winterspiele. Im Eishockey-Mutterland Kanada genießt er Superstar-Status und ist aktuell mit einem 112-Millionen-US-Dollar-Vertrag über acht Jahre der weltweit bestbezahlte Spieler. Er wurde bei den Oilers bereits wertvollster Spieler (MVP), bester Scorer und Torschützenkönig der gesamten Liga und 2020 auch zu Deutschlands Sportler des Jahres gekürt. Zuletzt hatte bei der Abschlussfeier der Winterspiele 2018 in Pyeongchang nach der deutschen Silbermedaille in Christian Ehrhoff ein Eishockeyspieler die deutsche Fahne getragen. Olympia als letzter Karriere-Höhepunkt für Katharina SchmidKatharina Schmid nimmt zum vierten Mal an den Winterspielen teil. Die Oberstdorferin hat das deutsche Frauen-Skispringen geprägt. Für die siebenmalige Weltmeisterin und zweimalige Silbermedaillengewinnerin bei Olympia sind die Wettkämpfe von Predazzo der letzte große Höhepunkt einer bewegten Karriere."Es wäre eine Wahnsinns-Ehre, wenn ich da als Fahnenträgerin einlaufen dürfte", sagte sie kurz vor der Entscheidung. "So eine Chance bekommt man nur einmal im Leben."Mit 15 Jahren debütierte Schmid in der Saison 2011/12 im Weltcup. Sie war dabei, als die Springerinnen 2014 in Sotschi erstmals bei Olympia starteten. 2018 in Südkorea und vier Jahre später in China gewann Schmid jeweils Silber im Einzel.Kampf für GleichberechtigungMit der gigantischen Schanze der Winterspiele 2022 in Zhangjiakou wird die 29-Jährige aber auch immer eine ihrer bittersten Karrieremomente verbinden. Im Mixed-Teamspringen wurde sie – damals noch mit dem Nachnamen Althaus – wegen eines nicht regelkonformen Sprunganzugs disqualifiziert. Das deutsche Team hatte dadurch keine Medaillenchance mehr.Schmid kämpfte stets für Gleichberechtigung auf den Schanzen. Dichtere Wettkampfkalender, ein aufgestocktes Programm bei WM und Olympia sowie größere mediale Aufmerksamkeit waren wichtige Schritte auf dem Weg dorthin. Die bevorstehende Premiere ihrer Kolleginnen bei der nächsten Vierschanzentournee wird die Allgäuerin dagegen nur noch als Zuschauerin erleben. Kurz nach Weihnachten verkündete sie ihr Karriereende in diesem Frühjahr.

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Olympische Spiele: Darum stand der Aufritt des "Minion"-Eiskunstläufers auf der Kippe

Ein Eiskunstläufer rauscht wenige Tage vor Olympia knapp an einem musikalischem Fiasko vorbei. Trotz Happy End zeigt der Fall ein altbekanntes Problem des Sports auf.Der spanische Eiskunstläufer Tomàs-Llorenç Guarino Sabaté musste wenige Tage vor dem Start der Olympischen Winterspiele in Mailand um seinen Auftritt bangen. Grund dafür seien Urheberrechtsprobleme mit der Musik, wie der 26-Jährige am Montag in den sozialen Medien mitteilte. "Minion"-Look erobert ZuschauerherzenSabatés Kür ist ein wenig ausgefallen: in einem Kostüm aus gelbem T-Shirt und blauem Overall imitiert der Wintersportler auf der Eisfläche einen Minion. Die kleinen gelben Witzfiguren hatten ihren ersten Auftritt in dem Animationsfilm "Ich – einfach unverbesserlich" und haben als Publikumslieblinge bereits drei eigene Spin-off-Filme bekommen. Als heißer Medaillenanwärter gilt Sabaté mit seiner Kür nicht. Das Publikum ist dagegen begeistert von der unterhaltsamen Darbietung im ikonischen "Minion"-Look. Mit dem Medley aus Songs aus den Filmen ist der spanische Eiskunstläufer schon mehrmals aufgetreten. Kurz vor dem größten Auftritt seiner Karriere dann der Schock: wegen Problemen bei der Rechtefreigabe der Musik könnte seine Kür ins Wasser fallen. Nach monatelangem Training in enger Abstimmung mit der Musik dürfte diese Nachricht ein reiner Albtraum gewesen sein. "Trotzdem werde ich mich dieser Herausforderung stellen und alles tun, um das Beste aus der Situation zu machen", schrieb der 26-Jährige als Reaktion auf die Schocknachricht in den sozialen Medien.Olympia-Auftritt doch noch gerettetDann die große Erleichterung: Der Eiskunstläufer darf doch mit der Musik von Universal Pictures auftreten, berichtete das spanische Eissportmedium "Hieloespanol". Der Ärger der Zuschauer auf Instagram über die plötzliche Entscheidung des Studios dürfte dabei keine unerhebliche Rolle gespielt haben. Damit steht dem Olympiadebüt des 26-Jährigen erst mal nichts mehr im Weg.Musikrechtsstreite wie dieser sind keine Seltenheit im Eiskunstlauf. Bei den letzten olympischen Winterspielen in Peking hatte ein US-amerikanisches Eiskunstlaufpaar für ihr Kurzprogramm den Coversong einer Indie-Pop-Band verwendet. Nach dem Wettbewerb hatten die Musiker Klage gegen die Eiskunstläufer, den Sportverband und den Fernsehsender NBC eingereicht. Sie hätten nie die Zustimmung zur Verwendung ihres Songs gegeben, so die Band.Altbekanntes Problem im EiskunstlaufNach Sabatés Fall werden erneut Stimmen für eine offizielle Reglung der Musikrechte laut. Die Internationale Eislaufunion (kurz ISU) arbeitet nach eigenen Angaben seit Jahren an einem System, das die Abwicklung der Musikrechte für Eiskunstläufer vereinfachen soll. Zwar sucht die ISU aktiv nach einer Lösung, am Ende des Tages sind jedoch immer die Wintersportler selbst dafür verantwortlich, die Rechte an ihrer Musik zu klären. Anstatt sich also ausschließlich auf das Training für den Wettbewerb konzentrieren zu können, müssen sich viele erst in das Rechtechaos mit den Musikfirmen stürzen. Oder sie müssen, wie in diesem "Minion"-Fall, wenige Tage vor dem Sportspektakel noch um ihren Auftritt zittern.

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Viertelfinale im DFB-Pokal: Im Free-TV: Titelverteidiger Stuttgart bei Holstein Kiel gefordert

Holstein Kiel trifft im DFB-Pokal-Viertelfinale auf den VfB Stuttgart. Nach zwei Siegen gegen Bundesligisten hoffen die Norddeutschen auf einen weiteren Coup. Hier läuft das Spiel.Der VfB Stuttgart stellt sich auf einen frostigen Pokal-Abend ein, Holstein Kiel hofft auf die nächste Überraschung. Eisige Temperaturen werden erwartet, wenn der Fußball-Zweitligist im DFB-Pokal-Viertelfinale am Mittwoch den schwäbischen Titelverteidiger herausfordert.Um 20.45 Uhr wird die Partie im Kieler Holstein-Stadion angepfiffen. Das ZDF überträgt ab 20.15 Uhr live aus der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins. Auch auf dem Bezahlsender Sky ist das Spiel wie gewohnt zu sehen.Kiel warf zwei Bundesligisten aus DFB-PokalDie Stuttgarter sind in guter Form, feierten zuletzt drei Pflichtspielsiege in Serie und hoffen auf den dritten Halbfinal-Einzug im Pokal innerhalb von vier Saisons. Im vergangenen Frühjahr holte der VfB beim Endspiel in Berlin sogar den Titel.Kiel verlor in der Liga am Wochenende gegen Greuther Fürth, warf im Pokal diese Saison aber schon die Bundesligisten VfL Wolfsburg und Hamburger SV raus – und das jeweils auswärts.

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Schon wieder verletzt: Ter Stegen, ein deutsches Drama

Marc-André ter Stegen verletzt sich beim Spiel für seinen neuen Klub FC Girona – schon wieder. Warum das der bisher schwerste Rückschlag für den DFB-Keeper sein könnte.Mehr Pech als Marc-André ter Stegen zu haben, ist in einer Sportlerkarriere wohl kaum möglich. Der deutsche Fußball-Nationaltorwart hat in den vergangenen Jahren einige Rückschläge wegstecken müssen, jetzt folgt der nächste.Ter Stegen zog sich am Samstag im Spiel gegen Real Oviedo eine Verletzung des linken Oberschenkelmuskels zu. Wie sein neuer Klub FC Girona auf X mitteilte, muss er sich am Freitag einer Operation unterziehen. Eine Ausfallzeit wird danach festgelegt, hieß es weiter. Spanische Medien hatten zuvor berichtet, dass ter Stegen bis zu zwei Monate ausfallen soll.Der 33-jährige DFB-Keeper war erst vor Kurzem auf Leihbasis vom FC Barcelona zum Ligakonkurrenten gewechselt, um seinen Platz als Nummer 1 im DFB-Team zu behaupten. Sein Körper macht ihm erneut einen Strich durch die Rechnung – im gerade einmal zweiten Spiel für Girona.Verletzungen und Zoff mit BarçaDie Verletzungshistorie des deutschen Keepers auf dem Portal transfermarkt.de zeigt, wie viel Pech ter Stegen allein in den vergangenen drei Saisons hatte: In der Spielzeit 2023/24 laborierte er demnach 86 Tage an einer Rückenverletzung, 2024/25 warf ihn ein Patellasehnenriss für 214 Tage raus, 2025/26 wieder der Rücken, 139 Tage.Hinzu kam 2025 auch noch ein Streit zwischen dem FC Barcelona und ter Stegen, der zu diesem Zeitpunkt Kapitän war. Hintergrund ist, dass der Torhüter nach einer Rückenoperation dem Klub die Genehmigung verweigert hatte, seinen Verletzungsbericht an die medizinische Kommission der Liga weiterzuleiten. Die hätte ihre Einschätzung abgegeben, wie lange der Torwart ausfällt.Bei einer Ausfallzeit von mindestens vier Monaten hätte der Verein gemäß den spanischen Regeln für finanzielles Fairplay 80 Prozent von ter Stegens Gehalt nutzen können, um einen neuen Spieler registrieren zu lassen – das wäre ausgerechnet Joan García gewesen, den Barça ter Stegen als neue Nummer 1 im Tor vor die Nase gesetzt hat.Folglich kam es zum großen Zoff. Barça entzog ter Stegen das Kapitänsamt und leitete ein Disziplinarverfahren gegen ihn ein. So schnell der Konflikt hochkochte, beruhigte er sich aber auch wieder. Ter Stegen stimmte schließlich der Weiterleitung seiner medizinischen Daten zu, sein Verein stellte das eingeleitete Disziplinarverfahren ein und ernannte ihn wieder zum Kapitän (der stern berichtete).Frieden war eingekehrt. Für die WM in diesem Jahr brauchte der deutsche Keeper dringend Spielpraxis, das machte auch Bundestrainer Julian Nagelsmann deutlich. Ter Stegen ließ sich also nach Girona ausleihen. Doch jetzt droht er, für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko auszufallen.Experte schreibt ter Stegen für WM abRekordnationalspieler Lothar Matthäus sprach von einer "persönlichen Tragödie" für ter Stegen und betonte, dass es ihm sehr leid tue für den 33-Jährigen. "Es ist brutal bitter", sagte auch ZDF-Experte und Ex-Nationaltorwart René Adler. "Ich glaube, dass es nichts werden wird mit der WM", prognostizierte er bereits vor der Ankündigung der Operation. Adler wünsche ihm, dass es anders komme, denn "er hätte es total verdient nach dieser Leidenszeit, und er war immer so loyal als Nummer 2".Tatsächlich hat ter Stegen sich nie großartig beschwert, obwohl er beim DFB viele Jahre die zweite Geige hinter Manuel Neuer spielte. Auch nicht, als vor der Heim-EM 2024 einige Fans und Experten forderten, mit ter Stegen als Nummer 1 ins Turnier zu gehen.Besonders tragisch für den Ex-Gladbacher: Neuer nahm nach dem Turnier seinen Hut und beendete seine Nationalmannschafts-Karriere. Der Weg war endlich frei für ter Stegen, doch dann begann seine Pechsträhne mit verschiedenen Verletzungen.Was sagt Nagelsmann?Bestätigen sich die Medienberichte über die Ausfallzeit von ter Stegen, könnte eine Diskussion um ein Neuer-Comeback beim DFB losbrechen. Gut sieben Wochen hat die Nationalmannschaft noch bis zu den beiden letzten Länderspielen vor der vorläufigen WM-Nominierung. Am 27. März tritt das DFB-Team in der Schweiz an, drei Tage später empfängt man Ghana. Einige Experten sprechen sich allerdings gegen eine Rückkehr von Neuer als Reaktion auf die Ter-Stegen-Verletzung aus, da Oliver Baumann als Vertreter zuletzt einen sehr guten Job machte.Julian Nagelsmann äußerte sich noch nicht direkt zur Torwart-Frage, ließ aber mit Aussagen über ter Stegen aufhorchen. "Marc war gerade wieder zurück und auf einem richtig guten Weg, wir haben uns sehr auf seine Rückkehr in die Nationalmannschaft gefreut", sagte der Bundestrainer. "Jetzt müssen wir weiter auf ihn verzichten – aber für Marc persönlich ist dieser Rückschlag natürlich noch viel härter."Seine Worte lassen darauf schließen, dass es bei ter Stegen nicht für die Weltmeisterschaft in diesem Jahr reichen wird. Das wäre die wohl bitterste Nachricht, die er je bekommen hat. Die Chancen, danach noch mal eine WM zu spielen, stehen schlecht für den 33-Jährigen.Hinweis: Dieser Artikel wurde aktualisiert und um die Informationen zur Operation von ter Stegen ergänzt.

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Fußball-Weltmeisterschaft: Droht WM-Ausfall? Ter Stegen muss operiert werden

Marc-André ter Stegen muss zum Start in das WM-Jahr nach der nächsten Verletzung operiert werden. Wie lange Deutschlands eigentliche Nummer eins ausfällt, ist aber noch offen.Die Hoffnungen von Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen auf den Platz im WM-Tor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sinken weiter. Der 33-Jährige muss nach seiner Oberschenkelverletzung operiert werden, wie sein Club FC Girona bei X mitteilte. Die Dauer seiner Ausfallzeit werde aber erst nach dem Eingriff am Freitag festgelegt.Damit wird ter Stegen der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes beim Start ins WM-Jahr aller Voraussicht nach fehlen. Trainer Julian Nagelsmann versammelt sein erstes Aufgebot 2026 am 23. März im Stammquartier in Herzogenaurach zur Vorbereitung auf die Test-Länderspiele in der Schweiz und gegen Ghana.Nagelsmann hatte sich schon am Dienstag zur Verletzung geäußert: "Marc war gerade wieder zurück und auf einem richtig guten Weg, wir haben uns sehr auf seine Rückkehr in die Nationalmannschaft gefreut. Jetzt müssen wir weiter auf ihn verzichten - aber für Marc persönlich ist dieser Rückschlag natürlich noch viel härter." Im Moment zähle für den Torwart nur, in Ruhe gesund zu werden. "Wir stehen alle hinter ihm."Nur zwei Einsätze für neuen ClubTer Stegens neuer Club FC Girona hatte Anfang der Woche erstmals die Verletzung bekanntgegeben. Nun präzisierte der Verein das weitere Vorgehen mit dem 44-maligen Nationalspieler. Nagelsmann hatte ter Stegen zur Nummer 1 gekürt. Dieser fiel dann aber wegen einer Knie- und Rückenverletzung lange aus. Um Stammtorwart bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko zu sein, wechselte ter Stegen für die erhoffte notwendige Spielpraxis vom FC Barcelona zum FC Girona. Dort kam der vom FC Barcelona verliehene Torhüter aber nur zweimal zum Einsatz. Unerfahrene Torhüter-RiegeIn der Nationalmannschaft darf sich der Hoffenheimer Oliver Baumann (10 Länderspiele) als Aushilfs-Nummer-eins große Hoffnungen auf den Platz in Deutschlands WM-Tor machen. Zuletzt standen zudem der Stuttgarter Alexander Nübel (2 Länderspiele), der Augsburger Finn Dahmen (0) und Freiburgs Noah Atubolu (0) im Aufgebot.Wiederholt war über eine Rückholaktion der langjährigen Nummer eins Manuel Neuer spekuliert worden. Ein DFB-Comeback von Deutschlands Rekordtorhüter ist aber weiterhin nicht geplant. In der Gruppenphase trifft die deutsche Mannschaft auf Curaçao, Elfenbeinküste und Ecuador. Nach den Länderspielen im März stehen nur noch die Partien am 31. Mai gegen Finnland und am 6. Juni bei WM-Mitgastgeber USA an.

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Bandenwerbung-Affäre: Viele Millionen zurück? Freispruch für Ex-DFB-Schatzmeister

Über fünf Jahre nach einer spektakulären Razzia in der DFB-Zentrale steht ein Freispruch für den letzten verbliebenen Angeklagten. Der DFB darf auf Rückzahlung einer Millionensumme hoffen.Freispruch für den einstigen Schatzmeister, Hoffnung auf eine Millionensumme für den Verband: Fünf Jahre nach einer Razzia in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist der Prozess gegen den letzten verbliebenen Angeklagten mit einem Freispruch zu Ende gegangen. Stephan Osnabrügge wurde in dem Verfahren um Einnahmen aus Bandenwerbung vom Vorwurf der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall nicht bestraft."Dieser Freispruch ist eindeutig, klar und ohne jede Einschränkung", sagte die Vorsitzende Richterin Eva-Maria Distler. "Stephan Osnabrügge ist zum Spielball zwischen DFB und Finanzbehörden geworden." Der DFB wurde als sogenannter Nebenbeteiligter ebenfalls freigesprochen.Osnabrügge war am Tag des Urteils sehr emotional, kämpfte mit den Tränen. Ihm war vorgeworfen worden, durch eine falsche Zuordnung der DFB-Einnahmen aus der Bandenwerbung der Nationalmannschaft für die Jahre 2014 und 2015 insgesamt rund 3,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Der 55-Jährige war von April 2016 bis März 2022 Schatzmeister des Verbandes. DFB hatte für zwei Jahre Gemeinnützigkeit verlorenWegen der Bandenwerbung-Affäre war dem DFB vom Finanzamt Frankfurt die Gemeinnützigkeit für die betroffenen Jahre aberkannt worden - mit schwerwiegenden finanziellen Folgen. Der Verband hat dagegen Einspruch erhoben; das Verwaltungsverfahren läuft noch. Der DFB hegt nun Hoffnungen, die bereits errichteten 31 Millionen Euro an Steuernachzahlungen für 2014 und 2015 zurückzubekommen. Sollte der Einspruch erfolglos bleiben, bliebe dem Verband der Gang vors hessische Finanzgericht in Kassel. DFB fordert Politik zum Handeln aufDer DFB fordert die hessische Landespolitik auf, die sich "auch aus den Worten des Gerichts" ergebenen Vorwürfe umfassend aufzuklären. "Als Resultat bleibt: Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung haben jahrelang ein Strafverfahren fortgeführt und zur Anklage gebracht, obwohl die Vorwürfe schon vor Jahren vom DFB entkräftet worden waren", hieß es in einer Mitteilung. Die Behörde habe durch unverhältnismäßige Durchsuchungsmaßnahmen eine voreingenommene Haltung gezeigt. Dabei seien auch erhebliche Steuermittel aufgewendet worden.Grindel und Curtius hatten für Verfahrenseinstellung bezahltNeben Osnabrügge waren ursprünglich unter anderem auch der ehemalige Präsident Reinhard Grindel und der frühere Generalsekretär Friedrich Curtius angeklagt. Sie hatten sich durch Zahlungen von 80.000 Euro bzw. 20.000 Euro auf eine Einstellung des Verfahrens eingelassen. Osnabrügge hatte die Vorwürfe stets über seine Anwälte zurückgewiesen und kämpfte vor Gericht um seine Reputation. Er äußerte sich zum Abschluss erstmals selbst. Der Anwalt aus Bonn sprach über die schwere Zeit in seinem Leben und attackierte die Behörde: "Die Staatsanwaltschaft spielt mit der Existenz von Menschen. Wie schnell man als Unschuldiger in so eine Situation geraten kann, in Deutschland, im 21. Jahrhundert - das ist dramatisch."Über seiner Familie liege seit 2020 eine "graue Wolke". Seine bittere Erkenntnis schon vor dem Urteil: "Der Skandal macht die Schlagzeilen, nicht der Freispruch." Sogar die Staatsanwaltschaft hatte für Freispruch für Osnabrügge und DFB plädiert.Durchsuchungen beim DFB und in Häusern von FunktionärenDie Affäre war mit einer spektakulären Razzia beim DFB in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise öffentlich geworden: Die Beamten - teilweise mit Maschinenpistolen - marschierten am 7. Oktober 2020 in der DFB-Zentrale auf. Auch Wohnungen und Häuser von einem halben Dutzend ehemaliger DFB-Funktionäre wurden durchsucht. Insgesamt waren 200 Beamte im Einsatz.

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